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Das Kreuz mit
dem Rücken

Wo sich keine eindeutige Ursache für die Schmerzen findet, kann diese auch nicht behandelt werden. Dann bleibt nur noch, die Beweglichkeit zu trainieren und die Schmerzwahrnehmung zu bearbeiten, zumal Schmerzen nicht objektiv messbar sind. Im Rahmen von Studien wird deshalb nicht der Schmerz an sich, sondern seine Veränderung bewertet.

So fand man heraus, dass die so genannte „kognitive Verhaltenstherapie“ vielen Patienten hilft. Der Nachteil: Sie wird in der Regel von Psychologen in mehreren Einzelsitzungen durchgeführt. Eine solche psychotherapeutische Behandlung ist nicht überall leicht verfügbar. Amerikanische Forscher setzten deshalb auf der Suche nach einer Alternative eine spezielle Meditationstechnik ein. Die MBSR (Mindful based stress reduction), eine spezielle Art der Achtsamkeitsmeditation, ist recht leicht zu erlernen und kann von den Teilnehmern später gut zu Hause durchgeführt werden.

Rückenleiden „wegmeditieren“?

In ihrer Studie an über 300 Teilnehmern mit chronischen Rückenschmerzen setzten die Wissenschaftler entweder Verhaltenstherapie oder Achtsamkeitsmeditation ein und beobachteten ein Jahr lang die Effekte der Behandlung. Mehr als 40 Prozent hatten mit Meditation oder Psychotherapie weniger Schmerzen. Aus einer Kontrollgruppe, die lediglich „normal“ weiterbehandelt worden war berichteten nur 25 Prozent von abklingenden Schmerzen. Diese Unterschiede zeigten sich noch lange nach dem Ende der eigentlichen Behandlung, nämlich nach einem halben und einem Jahr.

Die Autoren betonen, in anderen Studien seien auch Maßnahmen wie Massage und Akupunktur erfolgreich gewesen. Diese Effekte hätten aber im Vergleich nur kurzfristig angehalten.

Negative Effekte der Achtsamkeitsmediation sind nicht bekannt. Viele Krankenkassen übernehmen auch schon die Kosten solcher Kurse oder beteiligen sich daran. Wer aktiv gegen den Schmerz arbeiten möchte, kann also ohne Risiko ausprobieren, ob die Behandlung bei ihm anschlägt.

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