160621gmsport169

Essstörungen sind
bei Sportlern häufiger

Für ambitionierte Sportler gehört eine ausgewogene Ernährung als Basis für die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers zum Trainingsplan. Gerade in „ästhetischen“ Sportarten wie Bodenturnen oder Gymnastik gilt darüber hinaus ein schlanker Körper als Voraussetzung für den Erfolg. Auch wenn die Wettkämpfe in unterschiedlichen Gewichtsklassen ausgetragen werden oder ein leichterer Körper bessere Voraussetzungen schafft (etwa beim Klettern), kann neben der Nährstoffversorgung die Kalorienbegrenzung im Vordergrund stehen. Das bleibt nicht ohne Folgen, wie amerikanische Wissenschaftler mit Blick auf die aktuelle Datenlange zur Verbreitung von Essstörungen unter Leistungssportlern berichten.

Jede fünfte Athletin gefährdet

Danach zeigen etwa 20 Prozent der Sportlerinnen Anzeichen für ein gestörtes Essverhalten, gegenüber 5-9 Prozent der Nicht-Sportler. Betrachtet man ausschließlich ästhetische oder gewichtsabhängige Sportarten finden sich bei bis zu einem Viertel der Athletinnen Hinweise auf Essstörungen. Männliche Sportler sind seltener betroffen (8 Prozent gegenüber 0,5 Prozent in der Gesamtbevölkerung).

Eine unausgewogene Ernährung oder eine unzureichende Energiezufuhr führen mittelfristig zu Leistungseinbußen – und können schwerwiegende Gesundheitsprobleme nach sich ziehen. Sportler und ihr Umfeld sollten deshalb für auffälliges Essverhalten sensibel sein. Anzeichen für ein gestörtes Verhältnis zur Nahrungsaufnahme sind beispielsweise, wenn ein Sportler das Essen in Gesellschaft meidet, den Kaloriengehalt jeder Speise akribisch nachhält oder weit über das vom Trainer geforderte Maß hinaus Übungseinheiten absolviert. Auf den Webseiten des Vereines ANAD (Anorexia Nervosa and Associated Disorders) gibt es einen Test, der erste Hinweise auf mögliche Essstörungen liefern kann.

Bild: © vadymvdrobot / Fotolia.com