160621gmwissen169

Fast satt reicht für
gute Stimmung

Teilnehmer einer Studie mit 220 Freiwilligen zwischen 20 und 50 Jahren übten langfristig Verzicht, obwohl sie  Normalgewicht hatten oder höchstens leicht übergewichtig waren (ihr Bodymass-Index lag zwischen 22 und 28). Es ging also nicht vorrangig darum, abzunehmen. Eine Gruppe sollte 2 Jahre lang 25 Prozent weniger Kalorien zu sich nehmen als zuvor, die andere aßen nach Lust und Laune.

In vorangegangenen Studien hatten die Forscher ein Modell entwickelt, mit dem sie anhand des mittleren Gewichtsverlustes der Probanden berechnen konnten, ob sie die Kalorienbegrenzung auch einhielten. Diätpläne  und Ernährungsprotokolle gab es dafür nicht.  Im Durchschnitt schafften es die „Kaloriensparer“ nach einem Jahr 15 Prozent und nach zwei Jahren immer noch 12 Prozent weniger Kalorien einzunehmen. Dabei verloren sie etwa 8 Kilogramm Gewicht.

Interessanterweise verbesserten sich unter den sparsamen Essern auch die Stimmung, die Lebensqualität, der Sex und der Schlaf gegenüber den „Normalessern“. Schlechtere Stimmung als Folge der Langzeit-Zurückhaltung fanden die Forscher dagegen nicht. Sie schließen daraus, dass zumindest jüngere Menschen davon profitieren, sich dauerhaft nur zu etwa 80 Prozent „satt“ zu essen, unabhängig von ihrem Körpergewicht.

Japaner in Okinawa praktizieren diese Ernährungsmethode unter dem Titel „Hara hachi bu“, was wörtlich soviel heißt wie "Acht Teile von zehn voll" und werden damit im Durchschnitt älter als andere Menschen. Ein erster Schritt zum gesunden Verzicht könnte es sein, nicht mehr alles aufzuessen, was uns serviert oder als Portion verkauft wird. Die Sonne scheint eben auch, wenn der Teller nur halb leer gegessen ist. Und womöglich kommt sie uns anschließend sogar besonders strahlend vor….

Bild: © dima_pics / Fotolia.com