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Fusionsküche – das
Beste aller Welten

"Die Idee der Crossover-Küche lässt die Grenzen zwischen landestypischen Kochstilen aus allen Teilen der Welt verschwimmen", sagt Eckart Witzigmann, Sternekoch aus München, der schon vor Jahren ein Kochbuch zum Thema veröffentlicht hat. Das Tolle an der neuen Freiheit: Sie lässt viel kreativen Spielraum – und erlaubt es, sich quer durch den eigenen Vorrat zu kochen. So mischen sich Elemente der asiatischen Küche mit der Mittelmeerdiät, indische Gewürze verfeinern deutsches Gulasch und mexikanische Taccos fusionieren mit amerikanischer Pizza.

Strenge Rezepte sind dabei eher hinderlich, erlaubt ist, was schmeckt. Die Herausforderung besteht darin, typische Elemente der jeweiligen Küche zu erkennen und neu zu kombinieren. Das Konzept ist natürlich nicht neu: Die kreolische und die Cajun-Küche verbindet französische, spanische, italienische, afrikanische und deutsche Einflüsse, die kubanische Küche ist eine Kombination aus spanischer, afrikanischer und karibischer Esskultur. Tex-Mex-Gerichte gelten neben der „California Cuisine“ als Vorläufer der Fusionsküche.  Schon immer führte das Aufeinandertreffen verschiedener Esskulturen zu Neuschöpfungen: So wurde der legendäre „Döner“ im Fladenbrot zwar von einem Türken erfunden - allerdings in Berlin. Und das weltweit beliebte Hähnchengericht Chicken (Tikka) Masala gibt es nur auf der Karte „westlicher“ Inder. 

Wer sein WanTan mit Ziegenkäse füllt oder Cronuts bestellt (in den USA beliebte Croissants in Donutform)  darf sich als Weltbürger fühlen und traut sich zu Hause vielleicht an eine Eigenkreation aus den Zutatenresten vergangener Ethno-Gerichte.

Für alle etwas „konservativeren“ Genießer hätten wir noch einen vertrauten Vertreter der Fusionsküche im Angebot: Deutsche Bratwurst mit amerikanischem Tomatenketchup und indischem Curry ist das beliebteste „Crossover“-Gericht der Deutschen.

Bild: © Fotolia / Lucky Dragon