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Gestresste Mama –
starkes Kind?

Niemand ist absichtlich gestresst – schon gar nicht mit Baby im Bauch. Wer in der Schwangerschaft Ängste entwickelt oder Belastendes erlebt, kann wenig dagegen tun, dass der Körper mit Stresshormonen reagiert. Bisher ging man davon aus, dass mütterlicher Stress eher negative Effekte auf das Kind hat.

Kuschelhormon gleicht Stress wieder aus

Wissenschaftler aus Basel haben nun Hinweise gefunden, dass Stress im Babybauch gewisse Schutzmechanismen aktiviert. Sie maßen bei werdenden Müttern die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Speichel und untersuchten nach der Geburt das Nabelschnurblut der Neugeborenen. Dabei stellte sich heraus, dass am Erbgut „gestresster“ Kinder Veränderungen zu beobachten waren: Sie waren empfänglicher für das „Anti-Stress“-Hormon Oxytocin. Oxytocin wird auch als „Kuschelhormon“ bezeichnet. Es wird beispielsweise beim Stillen ausgeschüttet und hilft, mit Belastungen umzugehen.

Andere Untersuchungen legen nahe, dass auch die Art des mütterlichen Stresses einen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder hat, beispielsweise auf das Geburtsgewicht. Die Forschung dazu steht aber noch ganz am Anfang.

Keine Panik wegen Stress

Natürlich ist eine entspannte Schwangerschaft wünschenswert. Wer trotzdem stressige Phasen erlebt, muss sich aber deshalb nicht zusätzlich unter Druck setzen: Schon bei den Kleinsten greifen offenbar Schutzmechanismen, um besondere Belastungen zu meistern. 

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