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Immer mehr Zwillinge!

Dieser Zwilingsboom ist nicht auf Deutschland beschränkt, sondern weltweit zu beobachten. Bei unseren europäischen Nachbarn (Frankreich, den Niederlanden oder Dänemark) ebenso wie in Nordamerika oder Asien. Die wichtigste Erklärung sind die Errungenschaften der Reproduktionsmedizin: Künstliche Befruchtungen erhöhen die Chance auf Zwillings- und Mehrlingsgeburten drastisch.

Späte Mütter mit doppeltem Eisprung

Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Mütter, in Deutschland lag es 2014 bei 29,5 Jahren. „Ältere“ Schwangere bekommen häufiger Zwillinge, auch wenn man die Mehrlingsschwangerschaften aufgrund einer „In-vitro-Fertilisation“ herausrechnet. Während statistisch gesehen unter natürlichen Bedingungen nur 6 von 1.000 Müttern unter 20 Jahren Zwillinge erwarten, sind es etwa 15 von 1.000 bei den 35-39-jährigen Gebärenden. Bis zum 45. Lebensjahr fällt die Chance auf Zwillinge dann wieder stark ab.

Ein Ende ist in Sicht

Ein europäisches Forscherteam hat Daten aus aller Welt gesammelt und sieht in vielen Ländern bereits die Spitze des Mehrlingsbooms überschritten, etwa in Finnland und Schweden. Zwar hat sich dort die Zahl der künstlichen Befruchtugen auf einem gewissen Niveau eingependelt – sie führen aber seltener zu Zwillingsschwangerschaften, weil die Behandlungsmethoden und Richtlinien angepasst wurden. So werden heute weniger Embryonen gleichzeitig in die Gebärmutter eingesetzt. Aus medizinischer Sicht möchten Gynäkologen Mehrlingsschwangerschaften lieber vermeiden, weil sie für Mütter und ihre Kinder risikoreicher sind als „normale“ Geburten. Zwillinge kommen häufig einige Wochen eher zur Welt als berechnet und haben meist ein niedrigeres Geburtsgewicht.

Für Zwillingseltern hat der Trend allerdings auch Vorteile: Die Beschaffung der geeigneten Ausrüstung von Zwillingskinderwagen bis -stillkissen ist viel einfacher geworden, seit es mehr Abnehmer für die „Spezialprodukte“ gibt. Und wer sich mit Eltern in der gleichen Situation austauschen möchte, findet (auch in Wohnortnähe) leichter andere Zwillingsfamilien.

Bild: © Barbara Helgason / Fotolia.com