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Kaffee schützt vor Diabetes –
aber nicht jeden

Endlich mal ein Ernährungsritual, das der Gesundheit nicht schadet: Das Käffchen am Morgen scheint tatsächlich mehr positive als negative Effekte auf die Gesundheit zu haben. Forscher fanden in den letzten Jahren immer mehr Krankheiten, die bei Kaffetrinkern seltener auftreten. Außerdem wurden positive Effekte auf die Potenz und die Stressbewältigung beschrieben.  Im letzten Jahr resümierten amerikanischer Forscher nach der Auswertung von drei sehr großen Beobachtungsstudien mit mehr als 200.000 Teilnehmern: Kaffeetrinker leben länger.  Für alle Kaffee-Liebhaber sind das gute Nachrichten. Wer keinen Kaffee mag, sollte sich aber nicht zwingen, an der „bitteren Tasse zu nippen“.

Statistik macht noch nicht gesünder

Die Daten stammen aus sogenannten „epidemiologischen“ Studien, bei denen rechnerische Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und dem Krankheitsrisiko erfasst werden.

Bei der Interpretation der Daten muss man den unterschiedlichen Lebensstil der Studienteilnehmer berücksichtigen, wie etwa die sportliche Aktivität, Übergewicht oder Tabakkonsum. Eine große Datenbasis wie in den Kaffeestudien minimiert den Einfluss von Faktoren, die bisher nicht bekannt sind, etwa der Koffeingehalt, die Brühtechnik oder die Kaffeesorte.

Im Einzelfall entscheidet der Geschmack

In Bezug auf das Diabetes-Risiko konnte jetzt gezeigt werden, dass vor allem Menschen mit einer bestimmten Genvariante vom Kaffeekonsum profitieren – bei den anderen hatte der Kaffegenuss offenbar keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, später einmal an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Bevor Kaffee in die allgemeinen Ernährungsempfehlungen aufgenommen wird, gibt es also noch reichlich Forschungsbedarf. Wer Kaffee mag, darf also weiter genießen, wer lieber Tee trinkt, kann gern dabei bleiben.

Bild: © Valua Vitaly / Fotolia.com