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Schützt Kirschsaft
vor Muskelkater?

Muskelkater kann ziemlich unangenehm sein – besonders im Training. Sportmediziner sind daher schon lange auf der Suche nach einem Mittel gegen die feinen Verletzungen, die durch intensive Trainingsbelastung an den Muskeln entstehen. Dabei gerieten auch Antioxidanzien in den Fokus der Forscher, bisher mit widersprüchlichen Ergebnissen.

Ein Kirschsaftfabrikant aus Connecticut initiierte eine kleine Studie, bei der der eigene Kirschsaft gegen ein „Placebo“ mit Kirschgeschmack, aber ohne echte Früchte antreten musste. Tatsächlich büßten die 16 jungen Männer nach der Übungseinheit schmerzbedingt weniger Muskelkraft ein: Die Placebo-Trinker hatten einen Tag nach dem Training 30 Prozent weniger Kraft in den geschundenen Armen und nach drei Tagen immer noch 12 Prozent. Die Kirschsafttrinker schlugen sich besser: Nach einem Tag waren sie 12 Prozent schwächer, nach drei Tagen fehlten ihnen nur noch 6 Prozent zur alten Form.

Kirschsaft ist eine gute Quelle verschiedener Antioxidanzien, insbesondere einer Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, der so genannten Anthocyane. Die Studienteilnehmer tranken täglich etwa 0,7 Liter Saft, das entsprach ungefähr 100 Kirschen und 245 Kilokalorien. Sie begannen mit der Saftkur 4 Tage vor dem Training und „behandelten“ ihren Muskelkater anschließend 4 Tage mit weiteren Kirschsafteinheiten. Die Studie ist relativ klein und die beteiligten Wissenschaftler sind am Kirschsaftverkauf beteiligt – es ist also zu früh, allen Sportlern den täglichen Konsum einer Flasche Kirschsaft zu empfehlen.

Einige Sportwissenschaftler haben sich bereits kritisch geäußert – und empfehlen Wärme gegen Muskelkater, also ein Sauna- oder Wannenbad. Wer Kirschsaft mag, kann rund um das nächste Training testen, ob eine Saftkur gegen den Muskelkater nützt. Berichte nehmen wir gerne entgegen.

Bild: © manaemedia / Fotolia.com