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Knorpelforschung

Zellen, die Knorpel bilden, heißen Chondrozyten. Als Forschungsobjekt sind sie allerdings echte Sensibelchen: Sie liegen einzeln eingebettet in eine Höhle aus selbst gebildeter Knorpelsubstanz. Um Untersuchungen an lebenden Chondroyzyten durchführen zu können, muss man die Zellen so gewinnen, dass die komplette Struktur bewahrt bleibt. Eine große Herausforderung, die sich aber lohnen könnte: Löhning und seine Kollegen nehmen an, dass die knorpelbildenden Zellen auf bestimmte Faktoren wie Stress oder Entzündung reagieren, indem sie in ein anderes „Programm“ schalten. Sie bilden dann schwachen oder gar keinen Knorpel mehr – und zwar dauerhaft. Versteht man genauer, wie diese „Umprogrammierung“ abläuft, könnte man – so die Hoffnung – sie eines Tages vielleicht rückgängig machen, so dass die eigenen Chondrozyten wieder ausreichend belastbaren Knorpel bilden und das geschädigte Gelenk sich erholt. Bis dahin haben die Berliner Forscher in ihrem neuen Labor allerdings noch eine Menge Arbeit vor sich. In einem ersten Schritt wollen sie die Chondrozyten von jungen und alten Menschen, an Arthrose erkrankten und gesunden Personen gewinnen und miteinander vergleichen. Wünschen wir ihnen im Interesse aller Betroffenen viel Erfolg!

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