1608gmknochen169

Michelangelo hatte Arthrose

Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni war von der Kunst besessen. Schon als Junge setze er sich gegen den Willen seines Vaters durch, um Bildhauer zu werden. Michelangelo war bereits zu Lebzeiten so berühmt, dass detailreiche Porträts von ihm existieren. Anhand dieser Gemälde – und seiner eigenen Beschreibungen der Schmerzen und Bewegungseinschränkungen aus Briefen an seinen Neffen - diagnostizierten Forscher der Universität Florenz posthum: Der große Meister litt an Arthrose – und zwar spätestens ab seinem 60. Lebensjahr.

Michelangelo ließ sich nicht bremsen

An der Pietà Rondanini für die Privatkapelle des Papstes hämmerte er trotzdem noch mit knapp 90 Jahren, als er schon keinen Stift mehr halten konnte. Die Forscher sind überzeugt, dass die ständige Überlastung zur fortschreitenden Zerstörung der Fingergelenke beigetragen hat. Gleichzeitig verhinderte die fortwährende Beanspruchung, dass die Gelenke steif wurden. „Die Diagnose einer Arthrose liefert eine plausible Erklärung dafür, dass Michelangelo im Alter die Beweglichkeit seiner Hände verlor“, sagte einer der Autoren der Studie, Davide Lazzeri. „Andererseits belegt sein Weiterarbeiten bis ins hohe Alter auch seinen Sieg über diese Behinderung.“

Rücksichtsloser Raubbau am eigenen Körper ist wohl kein Vorbild für den eigenen Umgang mit der Krankheit Arthose. Sich mit Durchhaltevermögen und Kraft gegen den Verlust von sinnstiftenden Aktivitäten und Lebensqualität zu stemmen dagegen schon – zumal heutzutage unterstützende Behandlungen zur Verfügung stehen und das Wissen um die Krankheit es erleichtert, die richtige Balance zwischen Schonung und Belastung zu finden.

Bild: © Letizia / Fotolia.com