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Mit der Nase das Knie retten

Knorpelzellen aus der Nasenscheidewand zeigen sich regenerationsfreudiger, als ihre Kollegen aus dem Gelenkknorpel. Außerdem sind sie flexibel genug, sich an eine neue Umgebung anzupassen, z.B. im Gelenk. Damit scheint Gewebe mit knorpelbildenden Zellen aus der Nasenscheidewand geeignet zu sein, um beschädigten Gelenkknorpel zu reparieren, etwa im Kniegelenk.

In einem ersten Versuch an Patienten setzten Schweizer Forscher zehn Personen Gewebe ein, welches sie mit Hilfe von Knorpelzellen aus der Nase im Labor gezüchtet hatten. Anschließend beobachteten sie zwei Jahre lang, wie sich das Implantat entwickelte.

Ermunternde Ergebnisse

Die Studienteilnehmer hatten 24 Monate nach der Operation weniger Schmerzen, eine bessere Beweglichkeit und eine höhere Lebensqualität als vor der Behandlung. Bei der Bewertung dieser Ergebnisse muss man aber berücksichtigen, dass die Versuchspersonen noch relativ jung waren (unter 55 Jahren) und ihren Knorpelschaden durch eine Verletzung erworben hatten. Es muss also noch untersucht werden, ob die Methode auch bei altersbedingtem Gelenkverschleiß effektiv ist. Außerdem ist die Studie klein und lässt noch keine zuverlässigen Aussagen über die Wirksamkeit der Behandlung zu, aber sie gibt erste Hinweise und Grund zur Hoffnung. Im nächsten Schritt wollen die Ärzte über 100 Patientinnen und Patienten operieren, um weitere Daten zu sammeln. 

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