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Ausbildungsberuf:
veganer Koch?

Die europäische Initiative  Vegucation, ein Zusammenschluss verschiedener europäischer Vegetarier-Organisationen, will einen anerkannten Ausbildungsgang für vegetarische/vegane Köche schaffen. Das scheint ein langer Weg zu werden. Bis dahin sollen wenigstens die Weiterbildungsmöglichkeiten für Köche im Bereich der pflanzlichen Lebensmittel verbessert werden.

Der deutsche Vegetarierbund (VEBU) schreibt in einer Pressemeldung: „Wer die Prüfung zum Koch bestehen möchte, muss Fleisch zubereiten, und zwar nicht zu knapp. Je nach Lehrplan wird etwa 34 Wochen lang die Zubereitung von Tierprodukten gelehrt. Nur ca. 8 Wochen bleiben für Grundlagen der pflanzlichen Küche (inklusive Salate).“ Für einen überzeugten Vegetarier oder Veganer wäre das eine Tortur. Außerdem bleibt so wenig Zeit, die Möglichkeiten der pflanzlichen Lebensmittel richtig kennen zu lernen.

Andererseits bietet eine anerkannte Ausbildung für alle, die professionell kochen möchten, wichtigen Stoff: Aspekte der Lebensmittelhygiene, technische, rechtliche und wirtschaftliche Inhalte werden ebenso vermittelt wie das Zubereiten der Speisen selbst.

Bisher stellen vegane Restaurants häufig klassische Köche ein – oder Menschen, die sich ihre Fähigkeiten selbst erarbeitet haben. Attila Hildmann etwa ist kein gelernter Koch, sondern Autodidakt. Sein Kollege Björn Moschinski ist ursprünglich Elektroniker und Mediengestalter, seine Küchenexpertise hat er sich selbst angeeignet. Bis eine vollständige Erstausbildung zum veganen Koch existiert, wird es nach Aussage der Sprecherin von „Vegucation“ noch einige Jahre dauern. Weiterbildungen existieren aber bereits – sowohl für gelernte Köche als auch für Küchenchefs ohne klassische Ausbildung, etwa bei der IHK oder der deutschen Hotelakademie. 

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