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Zu wenig Salz ist
auch schlecht

Bevor jetzt alle zum Salzstreuer greifen: Menschen mit erhöhtem Blutdruck sollten sich weiterhin an die Empfehlung halten, nicht mehr als 6 Gramm Salz täglich zu essen. Das ist nicht besonders viel: Schon 3-4 Scheiben Brot enthalten etwa 2 Gramm, eine Portion Matjes liegt bereits bei mehr als 7 Gramm und eine Tiefkühlpizza enthält etwa 5 Gramm – da ist nicht mehr viel „Luft“ für den Rest des Tages. Tatsächlich überschreiten die meisten Deutschen die empfohlenen 6 Gramm pro Tag deutlich - der Durchschnitt liegt bei etwa 10 Gramm, Frauen verbrauchen etwas weniger.

Die gute Nachricht lautet: Die neuen Untersuchungen legen nahe, dass Menschen ohne Bluthochdruck ihr Sterblichkeitsrisiko durch mehr als 6 Gramm Speisesalz täglich nicht erhöhen. Soll heißen: Für Gesunde ist ein etwas höherer Salzkonsum vielleicht nicht so schädlich, wie man lange dachte.

Salz ist lebenswichtig

Auf der anderen Seite zeigt sich, dass weniger als drei Gramm täglich für alle suboptimal sind: Bei extrem salzarmer Ernährung steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfällen und frühem Tod gegenüber Menschen mit moderatem Salzverzehr nämlich an, und zwar auch bei Patienten mit Bluthochdruck. Für „Normalesser“ ist dieser Befund allerdings nicht relevant: Wer nicht konsequent Salz vermeidet, wird die drei Gramm täglich nicht unterschreiten.

Die Dosis macht das Gift“

Das Fazit lautet: Wessen Blutdruck normal ist, der darf sich beim Thema Salz etwas entspannen. Ein Freifahrtschein für hemmungslosen Salzgenuss ist die Untersuchung allerdings auch nicht – denn andere Studien liefern Hinweise, dass hoher Salzkonsum das Risiko für Autoimmunerkrankungen wie etwa Multiple Sklerose erhöhen könnte. Patienten mit erhöhtem Blutdruck müssen ihren Salzkonsum weiterhin im Auge behalten, sollten aber auch nicht komplett auf Salz verzichten.

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