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Aufessen ist keine Lösung

Der übermäßige Verzehr von Lebensmitteln trägt in gleichem Ausmaß zur Ressourcenverschwendung bei wie die Entsorgung genießbaren Essens durch die Verbraucher, schreibt ein internationales Team aus  Geowissenschaftlern und Klimaforschern  in einer neuen Studie. Global betrachtet werden allein durch Überernährung 10 Prozent der verfügbaren Lebensmittel verschwendet – und dabei wurde schon „gegengerechnet“ dass immer noch fast 800 Millionen Menschen hungern. 9 Prozent der Nahrungsmittel werden weggeworfen oder verderben.

Verschwenderische Viehzucht

Die Nutztierzucht verschlingt nach den Berechnungen der Forscher mehr als eine Milliarde Tonnen Getreide um 240 Millionen Tonnen Tierprodukte wie Milch, Eier oder Fleisch zu liefern. Damit ist diese Form der Nahrungsmittelproduktion mit großem Abstand die ineffizienteste. Trotzdem steigt  - vor allem in Schwellenländern – die Nachfrage nach solchen Produkten an. Die Forscher mahnen, dass die weltweite Lebensmittelversorgung dadurch gefährdet sei. Außerdem beschreiben sie negative Auswirkungen der Viehzucht auf die Umwelt, etwa durch mehr Treibhausgase und einen höheren Trinkwasserverbrauch. Schnitzel und Burger sind – agrarwirtschaftlich betrachtet -  Luxusprodukte – werden aber hierzulande wie Ramschware verkauft und konsumiert.

Nachhaltige Ernährung

Die gute Nachricht lautet: Für die westlichen Industrienationen wären nachhaltigere Ernährungsgewohnheiten zugleich gesünder: Im Durchschnitt weniger Kalorien und  weniger Tierprodukte wären gleichermaßen ein Gewinn für Umwelt und Gesundheit. Rein rational haben das die meisten verstanden. Jetzt warten wir auf einen Forschungsdurchbruch, der erklärt, wie man den Volksbauch von der Devise „Maß halten“ überzeugt. 

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