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Wie schädlich ist „daddeln“?

Kinder  sollten nicht unkontrolliert elektronische Medien nutzen dürfen, das sagt eigentlich der gesunde Menschenverstand – und spätestens seit Erfindung des Fernsehers das elterliche Bauchgefühl. Erste Ergebnisse der BLIKK-Studie (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz, Kommunikation) stützen diese Einstellung: Die Untersuchung zeigt einen Zusammenhang zwischen der Nutzungsdauer elektronischer Medien und der kindlichen Entwicklung.

Mehr „Glotze“, mehr Probleme

So kommen Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys, Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern oder Konzentrationsprobleme im Grundschulalter häufiger bei Familien mit besonders hohem Medienkonsum vor. Experten bemängeln allerdings, die Untersuchung belege lediglich einen statistischen Zusammenhang und ließe keinen Schluss darauf zu, ob die Mediennutzung die Ursache für die untersuchten Entwicklungsstörungen sind. Einig sind sich die meisten Fachleute allerdings, dass Medienverbote nicht zielführend sind. Stattdessen müsse die Medienkompetenz geschult und der verantwortungsvolle Umgang mit den digitalen Verlockungen frühzeitig eingeübt werden. Dr. Büsching aus dem Vorstand des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte fordert, während der üblichen Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt nach der Mediennutzung zu fragen und entsprechende Beratungen anzubieten.

Laut der BLIKK-Befragung von über 5000 Eltern nutzen 70% der Kindergartenkinder das Smartphone ihrer Eltern mehr als eine halbe Stunde täglich. Dazu hat die Drogenbeauftragte Marlene Mortler eine klare Meinung: „Kleinkinder brauchen kein Smartphone.“ Dafür aber Eltern, die einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien vorleben.

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