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Das Naschkatzen-Gen

Der „süße Zahn“ hat offenbar eine hormonelle Basis, wie Matthew Gillum von der Universität Kopenhagen erklärte. Das Gen Fgf21 kodiert ein von der Leber gebildetes Hormon, welches den Appetit auf Zucker bremst. Eine bestimmte Variante des Gens ist dabei offenbar weniger effektiv: Träger dieser Mutation waren häufiger „Naschkatzen“ und nahmen im Durchschnitt mehr Zucker zu sich als die Vergleichsgruppe – außerdem aßen sie mehr Kohlenhydrate (die zu Zucker abgebaut werden können).

Wer ohne Marmeladenbrötchen nicht in den Tag kommt und am Nachmittag einen süßen Energieschub braucht ist möglicherweise genetisch anders gepolt als die Rührei-mit-Speck-Fraktion. Eine ebenso gute wie überraschende Nachricht: Einen Zusammenhang zwischen dem höheren Zuckerkonsum und Übergewicht oder sogar Typ-2-Diabetes fanden die Forscher dagegen nicht.

Die untersuchte Genvariante allein ließ sich für etwa 20 Prozent mehr Zuckerliebhaber verantwortlich machen. Die Autoren denken, dass noch andere Faktoren die Neigung zum Süßwarenkonsum beeinflussen. „In dieser Studie sehen wir nur ein kleines Stück in einem großen Puzzle“, warnt Niels Grarup vor vorschnellen Schlussfolgerungen. Festzuhalten bleibt, dass mache Menschen in Bezug auf ihren Zuckerkonsum einen deutlich größeren „inneren Schweinehund“ im Zaum halten müssen als andere.

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