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Mehr Einstellungs-
als Geschmacksfrage

1000 Teilnehmer antworteten den Wissenschaftlern auf ihren Fragebogen. Die Forscher fragten dabei nicht nur nach dem eigenen Fleischkonsum, sondern auch nach Einstellungen zum Töten und Essen von Tieren. Darüber hinaus untersuchten sie die Meinungen zur Hierarchie innerhalb der Gesellschaft und zur Ungleichheit zwischen bestimmten Gruppen von Menschen.

„Karnismus“ beschreibt eine Lebenseinstellung – Fleischverzehr nicht

Es zeigte sich ein Zusammenhang mit sogenannten karnistischen Überzeugungen, etwa dass der Fleischkonsum als „normal“ oder „notwendig“ bewertet wurde, und einer sozialen Dominanzorientierung, die hierarchische Strukturen in der Gesellschaft befürwortet. Die Autoren betonen allerdings, dass die gefunden Zusammenhänge sich nicht bedingen und keine Umkehrschlüsse zulassen. Überspitzungen wie: „Wer viel Fleisch isst, steht politisch eher rechts“ lassen sich aus der Studie nicht ableiten. Eher schließe die beobachtete Tendenz zu konservativen Einstellungen bei überzeugten Fleischessern traditionelles Verhalten, wie eben Fleischverzehr, ein. Auch waren Verhalten und Überzeugung nicht immer deckungsgleich: so gab es Personen, die Fleisch essen, aber keine karnistischen Überzeugungen vertraten und andersherum.

Die Mehrheit der Befragten gaben sich in ideologischen Fragen zum Fleischverzehr eher neutral. Sie bilden die Basis, um den heutigen Fleischkonsum kritisch und sachlich zu hinterfragen.  

Bild: © Alexander Raths, Fotolia.com