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Gicht: Vorsicht
mit Fructose

1-2 Prozent der Erwachsenen in den sogenannten Industrienationen leiden bereits an Gicht, mit steigender Tendenz. Neben der gestiegenen Lebenserwartung machen Mediziner auch die veränderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten dafür verantwortlich, dass es immer mehr Betroffene gibt. Neben purinreichen Lebensmitteln wie Innereien, Bier, Fleisch und Meeresfrüchten könnten auch hochkonzentrierte Fruchtzucker-Produkte, etwa Sirup aus Maisstärke die Entstehung von Gicht begünstigen. Solcher Maissirup wird in Deutschland unter der Bezeichnung Fructose-Glucose-Sirup vor allem zum Süßen von Getränken (sogenannten Soft-Drinks) und Süßwaren verwendet.

Wolf im Schafspelz?

Der Begriff Fruchtzucker hört sich zunächst besonders natürlich und harmlos an – verbindet man mit Früchten doch eher gesunde Lebensmittel. Fructose süßt stärker als beispielsweise Traubenzucker (Glucose), und wird im Stoffwechsel anders behandelt. Da Fructose leichter in Fett umgewandelt und eingelagert wird, begünstigt er die Entstehung von Übergewicht und Störungen des Zuckerstoffwechsels. Der verschwenderische Umgang mit Fructose in der Lebensmittelproduktion wird daher von vielen Experten kritisch beurteilt.

Kanadische Forscher haben nun die Daten großer Gesundheitsstudien untersucht. Sie fanden einen statistischen Zusammenhang zwischen der Fructoseaufnahme und dem Risiko, Gicht zu entwickeln. Das ist zwar kein ausreichender Beleg dafür, dass Fructose ursächlich am Krankheitsgeschehen beteiligt ist, aber ein erster Hinweis. Dieser wird außerdem durch Tierversuche gestützt, bei denen durch eine hohe Fructosezufuhr die Harnsäurespiegel im Körper anstiegen.

Wer auf eine gesunde Ernährung Wert legt, ist bei Softdrinks und Süßigkeiten (wie den Schaumküssen im Bild) lieber zurückhaltend – vor allem wenn sie mit Fructose-Glucose-Sirup gesüßt sind. Für Gichtkranke, Diabetiker oder stark übergewichtige Menschen sind darüber hinaus auch Obstsäfte mit ihrem hohen Fructosegehalt nur in Maßen zu empfehlen.

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