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Immunsystem im
Weihnachtsstress

Rußpartikelfilter für den Adventskranz?

Feinstaub ist laut Bericht der Weltgesundheitsorganisation buchstäblich in aller Bronchien – und richtet dort weltweit ernstzunehmende Gesundheitsschäden an. Hierzulande soll die Belastung durch Autoabgase und Industrieanlagen durch Grenzwerte eingeschränkt werden. Die Feinstaubkonzentration in den eigenen vier Wänden wurde allerdings bisher nur selten gemessen und kaum diskutiert. Fakt ist: Selbst in Nichtraucherhaushalten reichern sich durch das Kochen, aber auch durch Öfen und Kerzenfeuer teils erheblich mehr feine Partikel an, als die Grenzwerte für Innenstädte erlauben würden. Untersuchungen zeigen, dass in Zeiten hoher Feinstaubbelastung die Anzahl der Infektionskrankheiten überproportional ansteigt. Offenbar wird das Immunsystem durch schlechte Luftqualität akut beeinflusst. Im Wohnzimmer gibt es dagegen ein einfaches Mittel: regelmäßig ordentlich lüften!

Wüstenklima nützt den Viren

Wer bei knackiger Kälte die Fenster aufreißt, um die Luft auszutauschen, verschärft allerdings ein anderes Problem für die Abwehr: Kalte Luft kann wenig Feuchtigkeit speichern. Das Ergebnis ist trockene Raumluft, die sich anschließend mit Hilfe der Heizung schnell erwärmt. Mit dieser „Wüstensimulation“ hat das Immunsystem gleich mehrere Probleme: Erstens können Viren in trockener Heizungsluft offenbar länger überleben, zweitens leiden die Schleimhäute, die eine wichtige Funktion bei der Abwehr von Krankheitserregern haben, und drittens reagieren Teile der Abwehr auf das trockene Klima mit der Produktion von Botenstoffen, die Entzündungen fördern. Zimmerpflanzen sorgen für einen gewissen Ausgleich, zusätzlich können Wasserschalen auf der Heizung oder ein feuchtes Handtuch die relative Luftfeuchtigkeit anheben. Von elektrischen Luftbefeuchtern raten die meisten Experten aber ab – sie können sich bei Wartungsfehlern schnell selbst zu Keimschleudern entwickeln.

Stollen bremst die Abwehr

Das Schmuddelwetter verlangt nach Essen, das die Seele streichelt. Hinzu kommen all die fettigen Adventsverlockungen – von Reibeplätzchen auf dem Christkindlmarkt bis zum Gänsebraten bei der Firmen-Weihnachtsfeier. Leider zeichnet sich deutlich ab: Größere Mengen gesättigter Fette ziehen das Immunsystem herunter. So fördern gesättigte Fettsäuren Entzündungsprozesse und täuschen bestimmten Zellen der Immunabwehr eine Bakterieninvasion vor. Das bringt die Immunantwort durcheinander und kann die Bekämpfung von Krankheitserregern behindern. Außerdem entscheiden die Art und Menge der verfügbaren Fettsäuren auch über die Zusammensetzung der Mikrobengemeinschaft im Darm, einer wichtigen Bastion der Immunabwehr. Wie Nahrungsfette nun genau auf die unterschiedlichen Komponenten der Abwehr wirken ist noch nicht klar. Sicher scheint aber: Mit fettarmen Maronen vom Weihnachtsmarkt und gegrilltem Lachs vom Buffet machen Sie Ihrem Immunsystem das Leben leichter.

Schlechte Laune als Hintertür für Keime

In einer sparsam geheizten Wohnung beim Schein einer Elektrokerze mit fettarmem Rohkostsalat zu „feiern“ ist allerdings auch keine Strategie für einen immungesunden Advent! Denn auch miese Stimmung schwächt die Abwehr. Personen mit eher negativen Gefühlen reagierten in Studien schlechter auf die Grippe-Impfung und bildeten weniger Antikörper. Testpersonen, die in Fragebögen gedrückte Stimmung oder hohe Stressbelastung zu Protokoll gaben, infizierten sich häufiger mit Schnupfenviren und zeigten stärkere Symptome.

Fazit: Wer seinem Immunsystem im Winter den Rücken freihalten möchte, suche die richtige Balance zwischen den Bedürfnissen von Seele und Körper. 

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