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Leckere Farben

Rot-Grün-Stärke als Evolutionsvorteil

Tomaten, Kirschen, Erdbeeren oder Paprika – reife Früchte färben sich häufig signalrot. Als wir unser Kalorien noch mühsam als Jäger und Sammler decken mussten, war „rot“ also ein Zeichen für reifes, energiereiches Essen. Laut Dr. Foroni war gutes Farbsehen daher ein Vorteil bei der Nahrungssuche: „Die Fähigkeit, reife Früchte rasch und effizient auch aus größerer Entfernung zu erkennen, war damals überlebenswichtig und führte in der Evolution des Menschen zur Entwicklung des trichromatischen Sehens. Diese Form des Farbensehens ermöglicht es uns, besonders effizient zwischen Rot und Grün zu unterscheiden, wodurch sich rote Früchte vor einem grünen Blätterhintergrund gut erkennen lassen.“

Wir sind Trichromaten

Unsere Augen sehen Farben mit Hilfe spezieller Zellen, den Zapfen. Trichromatisches Sehen wird durch drei verschiedene Zapfentypen in der Netzhaut des Auges ermöglicht, deren Empfindlichkeitsbereich im roten, grünen und blauen Spektrum liegen. Durch den zusätzlichen Grün-Bereich, der den meisten Säugetieren fehlt, können Trichromaten besonders gut zwischen Rot und Grün unterscheiden, also zwischen reifen Früchten und Blättern.

Laut Dr. Foroni ist unsere Vorliebe für rote Nahrungsmittel so stark in uns verankert, dass wir unbewusst noch heute unsere Essen danach aussuchen – auch wenn die Farbe bei verarbeiteten Lebensmitteln keinen Hinweis auf deren Nährwert liefert. Die Lebensmittelindustrie färbt ihre Produkte deshalb manchmal in entsprechenden Nuancen nach. Der Psychologe rät dazu, diese Tricks auch zuhause anzuwenden, um „gesundes Grünzeug“ optisch aufzuwerten: Dazu eignet sich beispielsweise etwas Tomatenmark. Aber nicht übertreiben: Allzu unnatürliche Farbe wirkt eher abschreckend.