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Muttermilch mit
Knoblauchgeschmack?

Die Lebensmittelchemiker stellten den typischen Knoblauchgeruch in den Muttermilchproben von Frauen, die etwa 2,5 Stunden vor der Milchentnahme rohen Knoblauch gegessen hatten, schon rein sensorisch fest – also mit der Nase. Diesen Befund konnten sie mit Hilfe moderner Labortechnik (in diesem Fall einem Gaschromatographen) untermauern. Die Milch enthielt Allylmethylsulfid – den Stoff, der den Knoblauchgeruch ausmacht.

Soll Mama also lieber auf Knoblauch in der Stillzeit verzichten? Nein – sagen Experten. Jedes Kind reagiert anders auf die Abbauprodukte verschiedener Lebensmittel. Erst wenn es beim Stillen Probleme gibt (etwa weil der Säugling nicht trinken mag oder einen wunden Po bekommt), kann man ausprobieren, ob es einen Zusammenhang mit der mütterlichen Ernährung gibt. Zitrusfrüchte oder Tomaten stehen beispielsweise im Verdacht, bei einigen Kindern einen wunden Po zu fördern, während Kohl, Zwiebeln oder Hülsenfrüchte mit Blähungen in Verbindung gebracht werden. Diese Nahrungsmittel vorsorglich vom Speiseplan zu streichen ist aber nicht sinnvoll – denn eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig für Mutter und Kind und könnte außerdem die kindlichen Ernährungsvorlieben auch für das spätere Leben prägen.

Das Forscherteam hat in früheren Untersuchungen auch schon den Einfluss anderer geschmacksinstensiver Lebensmittel auf die Muttermilch untersucht. Fischölkapseln und Stilltee beeinflussten demnach den Geruch der Muttermilch nicht, Eucalytuskapseln, wie sie gegen Erkältungen eingenommen werden, dagegen schon. 

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