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Deutschland macht
die Nacht zum Tag

Aufmerksame Mitmenschen erkennen sofort, wenn jemand schlecht geschlafen hat. Schon eine einzige kurze Nacht kann uns blass und grau wirken lassen und schlägt uns auf die Stimmung. Schlafmangel ist Stress für den Körper. Gesunder Schlaf wird unter anderem gebraucht, um Gelerntes in das Langzeitgedächtnis zu überführen. Neuere Forschungen zeigen: auch Daten über Krankheitskeime, welche das Immunsystem über Tag gesammelt hat, gehen bei Nacht in den Langzeitspeicher des Abwehrsystems ein. Schlafmangel schwächt daher die Immunabwehr.

„Du siehst müde aus“

In einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 5000 Erwerbstätigen konnte die Krankenkasse DAK im Vergleich zu Daten aus dem Jahr 2010 zeigen, das Schlafprobleme immer mehr Menschen betreffen.  Beispielsweise berichteten 66 Prozent mehr Berufstätige zwischen 35 und 65 Jahren von Schlafstörungen als vor 6 Jahren.  

Smartphone geladen – eigener Akku leer

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit schließt aus seiner Untersuchung: "Viele Menschen kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie können ihre eigenen Batterien nicht mehr aufladen." Tatsächlich zeigt die Analyse, dass sich die Schlaflosigkeit der Deutschen auch auf die Krankmeldungen auswirkt. So stiegen die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen um rund 70 Prozent auf 3,86 Tage je 100 Versicherte.

Etwa 10 Prozent leiden an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung (Insomnie) die durch eine Beeinträchtigung im Alltag und Tagesmüdigkeit gekennzeichnet ist. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Im Umgang mit verschreibungspflichtigen Schlafmitteln sind die Betroffenen vorsichtig. Weniger als 3 Prozent der Erwerbstätigen nimmt mehr als einmal wöchentlich ein Schlafmittel ein. Das ist gut so, denn viele dieser Medikamente führen zu einer schnellen Gewöhnung.

Abends besser abschalten

Ausbaufähig ist das Thema Schlafhygiene. So sind etwa Bildschirme keine gute Einschlafhilfe: Ihr blaues Licht programmiert unsere innere Uhr auf „Tag“ und bringt den hormongesteuerten Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander. Nur 3 Prozent der Befragten verzichtet laut der DAK-Untersuchung vor dem Schlafen bewusst auf entsprechenden Medienkonsum.

Schlummertrunk

Entspannende Abendrituale können dagegen helfen, den Körper auf das Einschlafen einzustimmen, beispielsweise ein (nicht zu sportlicher) Abendspaziergang oder ein warmes Bad. Manchmal hilft es auch, das Sandmännchen auf einen „Drink“ einzuladen – allerdings ohne Alkohol, denn der kann zwar das Einschlafen erleichtern, verursacht aber Durchschlafprobleme. Warme Milch gilt als altes Hausmittel. Sie enthält die Aminosäure Tryptophan, die im Gehirn unter anderem zum Schlafhormon Melatonin umgebaut werden kann. Allerdings ist die Tryptophan-Menge in Milch recht gering. Auch ein grüner Tee (Teein), alkoholfreies Bier (Hopfen) oder Melissentee enthalten pflanzliche Bestandteile, die das Einschlafen fördern können.  

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