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Orangensaft ist besser
als sein Ruf

Verliert Fruchtsaft während der Herstellung seine wertvollsten Inhaltsstoffe? Julian Aschhoff von der Universität Hohenheim hat verschiedene Orangensäfte in einem Modell des Verdauungstrakts untersucht. Sein Ergebnis: Nach der Verarbeitung (unter anderem der Pasteurisation) war der Gehalt bestimmter Nährstoffe wie der Carotinoide und des Vitamin C im Saft etwas vermindert, dafür war ihre Bioverfügbarkeit um ein Vielfaches erhöht. Das bedeutet, die Mikronährstoffe waren für den Körper besser nutzbar als aus der ganzen Frucht.

Saft ist kein Getränk

Saft ist zwar flüssig, aber dennoch ein ziemlich kalorienreiches Lebensmittel. Ein Liter Saft hat etwa den gleichen Kaloriengehallt wie ein Liter Cola und enthält reichlich Fruchtzucker. Trotzdem ist er nicht sehr sättigend, weil er den Verdauungstrakt schnell wieder verlässt. Ernährungsberater warnen daher vor allem Übergewichtige und Eltern davor, Saft regelmäßig als Obstersatz – oder gar als Durstlöscher einzusetzten. Das hat sicher weiterhin Gültigkeit.

Saft ist besser als gar kein Obst

Wer sich allerdings unterwegs die klebrige Fummelei mit der Orangenschale sparen möchte oder gerade kleinere Kinder nicht zum Verzehr des etwas faserigen Fruchtfleisches motivieren kann, darf gelegentlich ruhig auf ein Glas Saft zurückgreifen. Der muss laut den Forschern aus Hohenheim auch nicht frisch gepresst sein – pasteurisierte Säfte schnitten in puncto Bioverfügbarkeit der Mikronährstoffe sogar noch besser ab.

Wer den Blutzuckerspiegel nicht unnötig in die Höhe katapultieren möchte, trinkt seinen Saft übrigens besser während einer Mahlzeit und nicht zwischendurch. Als Zwischenmahlzeit sind ganze Früchte besser geeignet – die enthalten neben Zucker und Mikronährstoffen nämlich auch noch gesunde Ballaststoffe als nachhaltige Sattmacher und Futter für eine gesunde Darmflora.

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