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Steuersubventionen für
Fleisch stoppen

Fleisch, Eier und Milchprodukte werden derzeit mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent versteuert. Der wurde 1968 eingeführt, um Waren des täglichen Bedarfes erschwinglich zu halten. Das ist veraltet, finden viele Experten: Die Deutschen essen jährlich allein 60 Kilogramm Fleisch pro Kopf – doppelt so viel, wie die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Sinkender Fleischverbrauch wäre also sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt wünschenswert und vernünftig. Der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz des Landwirtschaftsministeriums schätzt, dass mit einer Anpassung an den Regelsteuersatz von 19 Prozent bis zu 10 Prozent weniger tierische Produkte verzehrt würden. Der Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sieht darin eine Bevormundung des Verbrauchers und spricht von einer „Strafsteuer“.

Weg vom Billig-Schnitzel

Befürworter der Anpassung meinen dagegen, höhere Mehrwertsteuern auf tierische Produkte würden lediglich den gesellschaftlichen Kosten Rechnung tragen, welche der exzessive Fleischkonsum verursacht, etwa durch klimaschädliche Emissionen, Belastung von Grundwasser und Boden durch Nitrat oder hohen Wasserverbrauch. Zu den höheren Steuereinnahmen gibt es auch schon Ideen: Sie könnten eingesetzt werden, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten, etwa durch eine kostenfreie (und hoffentlich gesunde) Gemeinschaftsverpflegung für Kinder. 

Bild: © industrieblick / Fotolia.com