1705gmvegan169

Vegetarische Neandertaler

Forschern ist ein detaillierter Blick auf die Speisekarte zweier Neandertaler-Gruppen  gelungen. Sie analysierten mithilfe neuerer Untersuchungsmethoden den Zahnbelag aus Knochenfunden. Dabei fanden sie große Unterschiede zwischen Hominiden, die vor knapp 50.000 Jahren im heutigen Belgien lebten und solchen aus dem heutigen Nordspanien. Während im Norden vor allem Wildschaf und Wollnashorn gegrillt wurde, zeugen die Zahnbeläge der frühen Südeuropäer vom Verzehr größerer Mengen an Pinienkernen, Pilzen und Wildpflanzen. Auch Hinweise auf die Verwendung bestimmter Kräuter als Heilpflanzen fanden die Wissenschaftler.

Paleo-Diät war vielseitig

Die Erkenntnisse zeigen, dass die Neandertaler in Sachen Ernährung recht anpassungsfähig waren und je nach Region ganz unterschiedliche Lebensmittel zur Verfügung hatten. Einzelne Verfechter der derzeit angesagten Paleo-Bewegung vertreten die These, ein besonders fleischhaltiger Speiseplan sei aufgrund der Entwicklungsgeschichte des Menschen die natürlichste Ernährungsform. Solche Behauptungen lassen sich aufgrund dieser und anderer neuer Erkenntnisse über die Steinzeit-Ernährung wissenschaftlich nicht stützen.

Ob mit oder ohne Fleisch: nach heutigen Wissensstand ist es jedenfalls eine gute Idee für die Gesundheit, möglichst wenig hochverarbeitete Lebensmittel zu verzehren.

Bild: © nicolasprimola / Fotolia.com