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Dicke Luft bremst
Spermien aus

Forscher beobachten seit einiger Zeit, dass westliche Männer weniger Spermien produzieren. Eine große Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass ihre Zahl pro Milliliter Ejakulat  zwischen 1973 und 2011 um etwa die Hälfte gesunken ist. Über die Gründe dafür wird noch spekuliert. Auch ist nicht gesichert, dass sich der Rückgang auf die Fruchtbarkeit auswirkt, auch wenn das naheliegend wäre.

Qualität und Quantität

Über die Spermienqualität sagen solche Berechnungen allerdings noch nichts aus. Diese haben Xiang Qian Lao und sein Forscherteam nun  untersucht und mit der Feinstaubbelastung in Verbindung gebracht. „Wir haben robuste Zusammenhänge zwischen Feinstaubbelastung und der Spermienqualität gefunden“, berichten sie. Je höher die Feinstaubwerte, desto mehr fehlgebildete oder verkleinerte Spermien konnten sie finden. Auf die Anzahl der Spermien hatte die „dicke Luft“ aber offenbar keinen Einfluss. Die Effekte seien einzeln betrachtet klein, könnten aber in Summe und auf längere Zeiträume ein Problem für die öffentliche Gesundheit darstellen, meinen die Wissenschaftler.

Fruchtbarkeit unterstützen

Wer sich seinen Kinderwunsch erfüllen will, kann die Qualität der eigenen Keimzellen mit ein paar einfachen Maßnahmen verbessern: So sollten die Hoden nicht zu warm werden, Vollbäder und Saunagänge können der Beweglichkeit der Samenzellen kurzfristig schaden, auch langes Sitzen, Sitzheizungen und warme Laptops auf dem Schoß sind ungünstig. Rauchen schadet der Spermienqualität nachweislich. Darüber hinaus hilft eine ausgewogene Ernährung,  die Spermien fit und beweglich zu halten. Beispielsweise trägt Zink zur normalen Fruchtbarkeit und Fortpflanzung bei und Selen unterstützt die normale Spermabildung. Ersteres ist beispielsweise in Haferflocken enthalten, Selen findet sich unter anderem in Lachs.

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