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Gesunde Natur

„Gartentherapie“ ist in vielen Kliniken schon lange im Einsatz, etwa bei Patienten mit psychischen Krankheiten, belastenden Diagnosen, chronischen Schmerzen oder in der Rehabilitation. Forscher konnten zeigen, dass der Aufenthalt in der Natur messbare Effekte auf den Körper hat: Der Herzschlag wird langsamer, der Blutdruck sinkt und die Muskeln entspannen.

Vom Krankenbett ins Gartenbeet

Eine aktuelle schwedische Untersuchung beschreibt die positiven Effekte von Gartenarbeit bei stressbedingte Erkrankungen wie Burnout. Ein Programm zur natur-basierten Rehabilitation (Nature Based Rehabilitation, NBR) verschaffte vielen Studienteilnehmern Linderung ihrer Beschwerden. Die Autoren bewerten die Ergebnisse als sehr ermunternd, weil die Patienten zuvor alle für mindestens drei Monate nicht arbeitsfähig gewesen waren - trotz konventioneller Therapie. Der Aufenthalt und die Aktivität in der Natur wären eine nebenwirkungsfreie Behandlungsmöglichkeit für die steigende Zahl von Stresspatienten.

Strafarbeit oder Meditation?

Nicht jedem wird es als pure Erholung erscheinen, Unkraut aus dem Kiesweg zu zupfen. Tatsächlich scheint es auch von der Persönlichkeit abzuhängen, welche Naturerfahrung sich günstig auf die Gesundheit auswirkt. In jedem Fall wirken die milden Reize einer naturbelassenen Umgebung entspannend. Dazu braucht es keine stundenlangen Wanderungen: Schon nach fünf Minuten im Grünen waren entsprechende Veränderungen nachweisbar, sowohl beim Gärtnern, Spazierengehen oder Angeln. Die Effekte ließen sich durch einen Aufenthalt am Wasser noch steigern. Trotzdem lohnt sich auch ein längerer Ausflug in die Natur: So erhöhte sich nach einem Tag im Wald die Anzahl bestimmter Immunzellen deutlich und nachhaltig – nämlich für eine ganze Woche.

Dreck macht glücklich!

Warum gerade das Buddeln im Garten so stimmungsaufhellend sein könnte, untersuchten Forscher aus London mit Hilfe von Mäusen: Kamen diese mit dem Bodenbakterium Mycobacterium vaccae in Kontakt, reagierten sie wie auf ein Antidepressivum. Nun sind Mäuse keine Menschen – doch die Wissenschaftler kamen überhaupt erst auf den Versuch, nachdem man Krebspatienten (vergeblich) mit dem Bakterium behandelt hatte und diese anschließend ihre Lebensqualität deutlich besser bewerteten. Offensichtlich kann man der alten Volksweisheit „Dreck reinigt den Magen“ ganz wissenschaftlich hinzufügen: Und macht bessere Laune!

Wer keinen Urlaub mit ausgiebigen Strandspaziergängen oder befreienden Bergwandertouren mehr vor sich hat, kann also im Garten oder Park „auftanken“.

Bild: © Tom Ezzatkhah, Unsplash