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Keine Werbung
für Süßigkeiten

Flimmerkiste macht Appetit

Schon kurze Werbesequenzen können das Essverhalten von Kindern beeinflussen. In einer Studie aus Australien zeigte man Kindern eines Ferienlagers während eines etwa 10-minütigen Films entweder Werbung für ungesunde Snacks oder Reklame, in der kein Essen vorkam. Kinder, die Snackwerbung sahen, aßen anschließend 46 Kilokalorien mehr. Betrachtete man nur die ohnehin übergewichtigen Kinder, waren es sogar 95 kcal. Dabei wurden noch nicht einmal die beworbenen Lebensmittel (etwa Frühstücksflocken, ein Burgermenü oder Schokocreme) angeboten. Die Werbung verleitete die Kinder, generell mehr zu essen.

Wissenschaftler und Ärzteverbände fordern von der Politik ein Werbeverbot für Snacks und Süßigkeiten im Umfeld von Kindersendungen. „Wissenschaftlich ist hinreichend erwiesen, wie schädlich Snack-Werbung für Kinder ist,“ so Dr. Hans Hauner, Vorstandsvorsitzender der deutschen Diabetes-Stiftung, „es ist deshalb nicht zu erklären, dass wir das als Gesellschaft immer noch zulassen.“ Eine Initiative von 22 wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen hält entsprechende Werbeverbote für nötig. Jedes 7. Kind zwischen drei und 17 Jahren in Deutschland sei bereits zu dick, berichtet die Allianz in einer Pressemeldung.

Bild: © Jenko Ataman, Fotolia