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Gesunder Planet –
gesündere Menschen

Klimawandel und Ernährung

In Deutschland entsteht etwa ein Viertel der klimawirksamen Emissionen bei der Herstellung, Vermarktung und Zubereitung von Lebensmitteln, schätzt das Bundesernährungsministerium. Gleichzeitig haben steigende Temperaturen einen Einfluss auf die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln: Mit jedem Grad mehr stehen der Weltbevölkerung 6 Prozent weniger Weizen, 7 Prozent weniger Mais und 3 Prozent weniger Reis zur Verfügung, hat ein Wissenschaftsteam der Uni Peking berechnet.

Aber nicht nur die Menge an Nahrungsmitteln, auch ihre Qualität verändert sich: So verringern steigende CO2-Werte in der Atmosphäre den Zinkgehalt in Nutzpflanzen. Eine schlechte Zinkversorgung ist bereits jetzt für etwa 17 Prozent der Weltbevölkerung ein Problem. Zink trägt unter anderem zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Ein anderes Beispiel: Bienen und andere Bestäuber tragen durch ihre „Arbeit“ etwa 40 Prozent zur globalen Mikronährstoffversorgung bei, denn viele Nutzpflanzen, die vitaminreiche Früchte liefern, sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Wissenschaftler der Harvard-Universität warnen: Gerade in ärmeren Teilen der Erde würde der Tod der Bienen eine Mangelernährung von Millionen von Menschen nach sich ziehen.

Was ist zu tun?

Verschiedene Organisationen und Stiftungen forschen unter dem Stichwort „Planetary Health”. Einfache Lösungen gibt es nicht – aber das Thema Welternährung spielt in jedem Fall eine große Rolle für die „Erdgesundheit“. Nachhaltige Ernährungskonzepte basieren auf einem verringerten Konsum tierischer Produkte, vor allem von Fleisch. Fisch ist zwar gesundheitlich wünschenswert, steht aber – global betrachtet – nicht ausreichend zur Verfügung, um alle Menschen mit zwei Fischmahlzeiten pro Woche zu versorgen. Auch in Sachen Lebensmittelverschwendung gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. Bei uns geht es vor allem um weggeworfene Lebensmittel im Handel, der Gastronomie und zu Hause. In anderen Ländern fehlt schlicht die Infrastruktur, so dass erhebliche Teile der Ernte schon vor der Vermarktung verderben.  

So groß die Herausforderungen auch scheinen mögen, den Kopf in den Sand zu stecken, ist keine annehmbare Strategie. Oder wie Alex Ezeh, Mitglied der Planetary Health Alliance, schreibt:

„Wir leben in einer Schicksalsgemeinschaft auf diesem Planeten und mit diesem Planeten. Die Auswirkungen unseres Handelns tragen wir alle, gleich ob reich oder arm. In einer Zeit wie heute ist Nichthandeln keine Option mehr, für niemanden von uns.“

Bild: © Nmedia, Fotolia