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Nanofähre soll Medikamente
zur Netzhaut bringen

Um Medikamente gezielt an ihren Wirkort zu bringen, könnten schon bald Nanofähren zum Einsatz kommen - das sind Moleküle, die so winzig sind, dass sie sich im Gewebe bewegen können, ohne dort Schaden anzurichten.

Weltweit wird an solchen Nanofähren geforscht, etwa um Medikamente ins Gehirn oder Allergene zu speziellen Immunzellen zu bringen. Einer besonderen Herausforderung haben sich Tian Qui und seine Kollegen gestellt: Der Glaskörper des Auges ist ein geleeartiges, engmaschiges Gebilde. Das Geflecht ist außerdem klebrig wie ein Spinnennetzt und macht größeren Molekülen ein Durchkommen extrem schwer. Trotzdem ist es gelungen, eine Nanofähre zu entwickeln, die sich von außen steuern und störungsfrei durch das komplette Auge manövrieren lässt.

Nanopropeller mit Magnetsteuerung

Dazu bastelten die Forscher ein Molekül mit einem propellerartigen Antrieb und nutzten eine besondere Antihaftbeschichtung, die sie sich bei den Blättern bestimmter Pflanzen abgeschaut hatten. Damit konnte das Gebilde die klebrigen Bereiche des Glaskörpers passieren. Ein ganzer Schwarm Miniroboter bewegte sich in entsprechenden Versuchen durch Schweineaugen, ohne das Gewebe dort zu schädigen. Gesteuert wurde er durch ein Magnetfeld. Es liegt noch einiges an Arbeit vor den Wissenschaftlern, aber der bisherige Erfolg macht sie zuversichtlich: „Wir wollen unsere Nanopropeller als Werkzeug für minimal-invasive Behandlung von Krankheiten aller Art einsetzen können, bei denen der Problembereich schwer zugänglich ist“, so Tian Qui.

Bild: © chagpg, Adobe Stock