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Sehbehindert
ins Museum

„Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben“, schreiben die Vereinten Nationen in Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Im Alltag sehbehinderter und blinder Personen ist das nicht immer selbstverständlich. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO leben in Deutschland mehr als eine Million sehbehinderter Menschen. Dabei gilt als sehbehindert, wer mit Brille auf keinem Auge 30 Prozent der normalen Sehkraft erreicht. Barrierefreie Angebote helfen aber auch den vielen Besuchern, die zwar nicht im engeren Sinne sehbehindert, aber in ihrer Sehkraft eingeschränkt sind.

Alle Sinnen ansprechen

Blinde Besucher sind auf ihre Hände und Ohren angewiesen, um eine Ausstellung erleben zu können. Museumsbesucher mit Sehschwächen wünschen sich aber oft, über das Hören und Tasten hinaus Exponate auch sehend erleben zu können. Dabei helfen viele kleine Verbesserungen, etwa ein barrierefreies Internetangebot, Informationen in Großschrift und eine kontrastreiche, übersichtliche Gestaltung der Ausstellung bis hin zur Beleuchtung.

„Interessant wird ein Museum dann, wenn es nicht nur ein Tastobjekt gibt, sondern mehrere“, sagt Reiner Delgado vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Wichtig seien zudem ein gut beleuchteter Zugang zu den Exponaten, die Möglichkeit, nah heranzugehen beziehungsweise anzufassen oder auch zu fotografieren. Dabei könnten auch Audioguides mit ausführlichen Beschreibungen helfen.

Etwa 70 deutsche Museen beteiligten sich im Juni am Sehbehindertentag mit besonderen Programmen und Führungen. Wer trotz eingeschränkter Sehkraft mal wieder ins Museum gehen möchte, findet hier eine Tabelle der Einrichtungen, die dabei Erfahrungen sammeln konnten. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband vermittelt auch Kontakte, z.B. um spezielle Führungen zu vereinbaren.

Bild: © juan_aunion, Fotolia