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Sport für Bakterien

Dass sich die Ernährung auf die Zusammensetzung der Darmflora auswirkt, ist nachvollziehbar. Schließlich müssen unsere Millionen Mitbewohner von dem leben, womit  wir sie „füttern“. Darüber hinaus scheint aber auch körperliche Bewegung gewissen Stämmen von Darmbakterien Vorteile zu verschaffen, schreiben Wissenschaftler aus Illinois.

Zuerst hatten sie Mäuse mit und ohne Laufrad untersucht. Sportelnde Mäuse beherbergten mehr gute Bakterien, die bestimmte Fettsäuren (z.B. Butyrat) produzierten. Diese senkten den pH-Wert und damit die Wahrscheinlichkeit für die Vermehrung von Krankheitserregern. Anschließend suchten sich die Wissenschaftler menschliche Versuchsobjekte: 18 schlanke und 14 übergewichte Freiwillige, alle mit überwiegend sitzender Tätigkeit, wurden regelmäßig untersucht (einschließlich der Analyse von Stuhlproben).

Freundliche Bakterien stehen auf Sport

Das Ergebnis war ähnlich dem im Mäuseexperiment: Das Mikrobiom veränderte sich, mehr kurzkettige Fettsäuren erschienen. Stellten die Probanden das Training nach dem sechswöchigen Versuchszeitraum wieder ein, verschwanden diese Effekte wieder. Interessant war noch, dass die Veränderungen deutlicher bei den schlanken Studienteilnehmern auftraten als bei den übergewichtigen. Warum das so ist, können die Wissenschaftler nicht erklären. Sie versprechen aber, weiter an dem Thema zu forschen.

Dies seien die ersten Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Bewegung und der Darmflora, betonen die Autoren der beiden Studien. Wem es schwer fällt, vom Sofa zu kommen, hat damit eine neue Motivation: Tun Sie es für die Mikroben-WG in Ihrem Darm!

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