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Die Pubertät
macht Morgenmuffel

Wissenschaftler der Uni Paderborn haben mithilfe von bestehenden Daten einer großen Langzeitstudie zur Ernährung von Kindern und Jugendlichen  (DONALD) beschrieben, wie sich im Zuge der Entwicklung vom Kleinkind zum Teenager die Nahrungsaufnahme immer mehr in den Abend verschiebt. Bis etwa zum 10. Lebensjahr enthielt das Frühstück (vor 11 Uhr) der Studienteilnehmer mehr oder gleich viel Energie wie das Abendbrot (nach 18 Uhr). Spätestens ab dem 13. Lebensjahr war die durchschnittliche Kalorienaufnahme am Abend deutlich höher als am Morgen.  

Macht spätes Essen dick?

Die Wissenschaftler wollten darüber hinaus noch feststellen, ob das spätere Essen auch zu einer höheren Energiezufuhr führt. Dafür gibt es aus anderen Studien mit Erwachsenen zahlreiche Indizien. Tatsächlich fanden die Forscher, dass innerhalb einer Altersgruppe Unterschiede zwischen der Kalorienaufnahme bestanden: Jugendliche, die ausgeprägte „Abendesser" waren, nahmen bis zu 11 Prozent (17-18 Jahre) mehr Kalorien zu sich als ihre Altersgenossen mit einer Präferenz für das Frühstück.

Frühstück verordnen?

Die Autoren warnen aber davor, Jugendliche auf der Basis dieser Daten zu ausgiebigem Frühstück und schmalem Abendbrot umerziehen zu wollen. Es sei keineswegs gesichert, ob die Heranwachsenden davon profitierten, gegen ihren biologischen Tagesrhythmus anzuessen. Andere Studien konnten beispielsweise zeigen, dass zu wenig Schlaf mit einer höheren Kalorienaufnahme verknüpft ist. Stattdessen empfehlen die Autoren, den Schultag zu überdenken: Möglicherweise müsste ein spätes Frühstück ermöglicht werden, konsequenterweise verknüpft mit einem späteren Schulstart, um dem veränderten Chronotyp im Verlauf der Pubertät gerecht zu werden und Übergewicht zu vermeiden.

Bild: © Antonioguillem, Fotolia