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Mit dem Kopf gegen
Rückenschmerzen

Patientenschulungen zu den neurobiologischen Grundlagen von Schmerzerkrankungen sollen die Vorstellungen der Patienten über Schmerzen verändern und deren Bedrohlichkeit relativieren. „Viele Rücken-Patienten haben Angst vor bestimmten Bewegungen und vermeiden sie daher. Die neuen Übungen wurden entwickelt, um diese Ängste zu überwinden, erklärt eine der Studienautorinnen, Anneleen Malfliet.

Bewusste Bewegungskontrolle

Patienten, die ein Übungsprogramm zur bewussten motorischen Kontrolle (Cognition-Targeted Motor Control Training) durchliefen, hatten etwas weniger Schmerzen und Funktionseinschränkungen als die Patienten in der Vergleichsgruppe, die lediglich normale Physiotherapie erhalten hatten.

In dem Programm wird weniger Wert auf das reine Wirbelsäulentraining gelegt, stattdessen üben die Patienten Hebe-Techniken und Stretching. Die Teilnehmer arbeiten außerdem an ihrer Schmerzwahrnehmung und trainieren, sich wieder angstfrei zu bewegen. Ähnliche Programme werden eingesetzt, um Phantomschmerzen nach Amputationen zu behandeln. Aufgrund ihrer Ergebnisse denken die belgischen Forscher allerdings, dass auch die steigende Zahl von Patienten mit chronischen (unspezifischen) Rückenschmerzen von kognitiven, also auf das Bewusstsein abzielenden, Behandlungsansätzen profitieren könnte.

Bild: © Anastasiia Kazakova, Fotolia