Gesunde Darmflora - Ernährung, Störfaktoren & Darmbakterien

Die Darmflora

Während unseres Lebens passieren 40 Tonnen Nahrung den Darm. Die Darmzellen erneuern sich so schnell, dass jeden Tag ein halbes Pfund davon abstirbt und durch neue ersetzt wird. Der Darm ist eine bis zu 8 Meter lange Hochleistungseinheit mit einer Fläche von 400 Quadratmetern, das entspricht einem Basketballfeld.

Die drei Funktionseinheiten des Darms

Unser Darm setzt sich unter anderem aus drei Funktionseinheiten zusammen. Die erste ist die sogenannte Darmflora. Sie besteht aus Billionen von nützlichen Mikroorganismen. Die zweite Einheit ist die Darmschleimhaut selbst. Ihre Zellen sind wie ein Maschennetz miteinander verbunden. Die dritte Einheit ist das darmeigene Immunsystem. Es überwacht ständig den Darminhalt. 60 % aller Abwehrzellen (weiße Blutkörperchen) befinden sich im darmeigenen Immunsystem.

Die Darmflora stellt Substanzen her, die wichtig für die Darmschleimhaut sind und diese unterstützen. Nicht zuletzt aber unterstützt die Darmflora unsere Abwehrkräfte, indem sie das darmeigene Immunsystem moduliert.

Darm, Funktionseinheiten: schematische Abbildung

Die Darmflora – hier tummelt sich das Leben

Im Dickdarm eines gesunden Menschen existieren über 400 Bakterienarten. Insgesamt leben in unserem Darm etwa 100 Billionen Bakterien. Die Darmbakterien machen im Durchschnitt 700 Gramm unseres Körpergewichts aus. Die Zusammensetzung der Darmflora ist so individuell wie ein Fingerabdruck.

Dass Bakterien in unserem Darm leben, ist völlig normal. Das Zusammenspiel von Mensch und Mikroorganismen hat sich im Laufe von Jahrmillionen entwickelt und bringt beiden Vorteile. Wissenschaftler nennen solche Gemeinschaften Symbiose. Diese natürliche bakterielle Besiedlung des Darms wird als „Darmflora“ (oder auch als „Mikrobiota“) bezeichnet. Zu ihr gehören Bakterien, wie z. B. die Laktobazillen (Lactobacillus) und die Bifidobakterien (Bifidobacterium, insbesondere Bifidobacterium bifidum).

Abwehrfunktion der Darmflora: schematische Abbildung

Darmflora in Balance

Normalerweise befindet sich unsere Darmflora in einer stabilen Balance. Das betrifft sowohl die verschiedenen Stämme von Mikroorganismen, die den Darm bevölkern, als auch deren Anzahl. Allerdings sind unterschiedliche Faktoren in der Lage, die Zusammensetzung der Darmflora in gewissem Umfang zu beeinflussen. So können z. B. Umwelteinflüsse oder Medikamente die bakterielle Wohngemeinschaft im Darm verändern. Einige Bakteriengruppen haben eine besondere Bedeutung für eine widerstandsfähige Darmflora.

Darmflora in Balance, Symbolbild: balancierende Frau

Wichtige Bakterien im Darm sind beispielsweise:

Bifidobakterien

Bei Erwachsenen gehören etwa 25% der Darmbakterien in diese Gruppe. Bifidobakterien haben einen anaeroben Stoffwechsel (das heißt sie gewinnen ihre Energie ohne Sauerstoffverbrauch). Sie kommen vor allem im Dickdarm vor.

Lactobazillen

Laktobazillen siedeln beim Menschen vor allem im Dünndarm und vergären Kohlenhydrate zu Milchsäure. Dadurch sinkt der pH-Wert und viele schädliche Bakterien können sich schlechter vermehren. Lactobazillen werden schon seit Jahrhunderten bei der Lebensmittelproduktion eingesetzt. Die Eigenschaften der verschiedenen Stämme werden aber erst seit einigen Jahrzehnten genauer untersucht.

Darmbakterien unterm Mikroskop: Lactobazillen, Bifidobakterien
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