Back to work – Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Viele Frauen verabschieden sich mit der Geburt ihres Kindes für einige Zeit aus dem Joballtag. Sie nehmen die sogenannte Elternzeit in Anspruch. Wie lange sie sich eine Auszeit vom Job nehmen, fällt dabei ganz unterschiedlich aus.

Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit – wann ist der richtige Zeitpunkt

Eine Umfrage des Portals Statista.com hat ergeben, dass sich im Schnitt 33 Prozent der Frauen für eine Elternzeitdauer von sieben bis zwölf Monaten entscheiden. Weitere 37 Prozent bleiben laut Statista.com für zwei Jahre zu Hause. Wieder andere (ca. 1 Prozent) kehren bereits acht Wochen nach der Geburt zurück in den Job. Und es gibt auch viele Mamas, die dem Wiedereinstieg ganz entspannt gegenüberstehen und erst nach drei und mehr Jahren zurück in ihren Beruf kehren. Wann und in welchem Umfang Du wieder anfangen möchtest zu arbeiten, ist eine sehr persönliche Frage. Und auch nur Du kannst diese Frage für Dich und Deine Familie beantworten. Hier gibt es keinen richtigen oder falschen Weg. Nur Ihr als Familie könnt entscheiden, welches Modell sich für Euch gut und richtig anfühlt – und natürlich auch finanziell möglich ist. 


Auch wenn es immer mehr Väter gibt, die die Betreuung der Kinder mit übernehmen, ist das Thema Elternzeit und damit auch der Wiedereinstieg in den Job nach wie vor ein großes Frauenthema. Du als Mama musst Dir also überlegen, wie die Zeit nach Deiner Babypause aussehen soll. Wir haben für Dich ein paar Tipps zur Rückkehr in den Job zusammengetragen, die Dir den Wiedereinstieg erleichtern können. 

Wie lange möchtest Du zuhause bleiben?  

Als schwangere Frau in einem Angestelltenverhältnis kommst Du um eine kurze Babypause kaum herum. Das Mutterschutzgesetz schreibt bestimmte Schutzfristen vor, in denen Du nicht arbeiten darfst. So wirst Du als schwangere Frau sechs Wochen vor der Geburt von Deiner Arbeit freigestellt. Auch für die ersten acht Wochen nach der Geburt Deines Kindes gilt für Dich als Mama Beschäftigungsverbot. Bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kindern mit Behinderungen gelten außerdem verlängerte Schutzfristen. 

Wie es aber nach dem gesetzlichen Mutterschutz für Dich weitergehen soll, solltest Du möglichst frühzeitig mit Deinem Arbeitgeber besprechen. Du hast zwar Anspruch auf Elternzeit, bist aber dazu verpflichtet, diese spätestens sieben Wochen vor Beginn Deiner geplanten Elternzeit bei Deinem Arbeitgeber zu beantragen. 

Vorbereitung des Wiedereinstiegs 

Es kommt leider häufiger vor, dass die Erwartungen an den Wiedereinstieg in den Job von Arbeitgeber und dem zurückkehrenden Elternteil weit auseinander gehen. Sowohl das Aufgabenprofil als auch das Arbeitszeitmodell müssen in vielen Fällen neu verhandelt werden, da viele Elternteile nun nicht mehr Vollzeit arbeiten möchten. Mit etwas Vorlauf und einer guten Vorbereitung lassen sich aber oftmals gute Kompromisse finden, die für beide Parteien passend sind. 

Plane Deinen Wiedereinstieg daher am besten so früh wie möglich und rede möglichst schon während Deiner Schwangerschaft mit Deinem Vorgesetzten über Deine Pläne. Dir gibt dies eine gewisse Sicherheit, denn Du weißt, was Dich nach Deiner Rückkehr erwartet. Aber auch für Deinen Arbeitgeber erleichtert es die Personalplanung, wenn er weiß, wann und in welchem Umfang er wieder mit Dir rechnen kann. 

Halte Kontakt zu Deinen Kollegen und Deinem Arbeitsumfeld


Auch wenn Du als frischgebackene Mama vielleicht erstmal keinen Kopf für Deinen Job hast, versuche während Deiner Elternzeit in Kontakt mit Deinem Arbeitgeber zu bleiben. Triff Dich mit Deinen Kollegen und nimm vielleicht ab und zu an firmeninternen Veranstaltungen (z.B. Weihnachtsfeier) oder Fortbildungen teil. So bleibst Du am Ball, weißt, was sich in Deiner Firma in der Zeit Deiner Abwesenheit tut, wie die Stimmung ist, und was Dich erwartet, wenn Du aus der Elternzeit zurückkehrst. 

In welchem Umfang möchtest Du in Zukunft arbeiten? 


Mache Dir Gedanken, in welchem Umfang Du zukünftig arbeiten möchtest. Ob in Voll- oder Teilzeit – es gibt viele verschiedene Modelle. Sprich mit Deinem Vorgesetzten und finde heraus, welche Möglichkeiten es in Deiner Firma für Dich gibt. Du möchtest zum Beispiel zunächst in Teilzeit einsteigen? Hier kann es sinnvoll sein, Deine Elternzeit auf bis zu drei Jahre zu verlängern. Während der Elternzeit hast Du die Möglichkeit, bis zu dreißig Stunden in der Woche zu arbeiten. Dein Gehalt wird in diesem Fall auf das Elterngeld angerechnet. Erst nach Ablauf Deiner Elternzeit beginnst Du wieder in Vollzeit zu arbeiten. Vielleicht kannst Du mit Deinem Arbeitgeber auch flexible Arbeitszeiten oder einen Home-Office-Tag vereinbaren.

Weitere Infos zu gesetzlichen Regelungen zur Elternzeit findest Du auf dem Familienportal. 

It`s a family business – organisiere Deinen Wiedereinstieg mit Deinem Partner 


Das Leben als berufstätige Mutter kann manchmal ganz schön stressig sein! Umso besser, wenn Du und Dein Partner Euch frühzeitig Gedanken macht, wie Ihr Euren Alltag in Zukunft gestalten wollt. Überlegt gemeinsam, wie die Arbeitsteilung in Eurer Familie in Zukunft aussehen soll. Auch wenn Du in der Vergangenheit ganz wunderbar allein zurechtgekommen bist. Es ist wichtig, dass Ihr die Hausarbeit und Kinderbetreuung gemeinsam überdenkt und die Aufgaben neu verteilt. Gerade jetzt, wo beide Elternteile wieder berufstätig sind. Scheu Dich nicht, um Hilfe zu bitten. Auch Großeltern, andere Familienmitglieder oder Freunde stehen Euch vielleicht gern zur Seite. Du musst die Organisation Eures Alltags nicht alleine meistern. 

Die passende Kinderbetreuung


Diesen Punkt möchten wir Dir wirklich sehr ans Herz legen! Jede Elternzeit hat mal ein Ende und es stellt sich die Frage, wie und von wem Dein Kind in Zukunft betreut werden soll. Kita- und Tagesmutterplätze sind rar und die Wartelisten häufig lang. Kümmere Dich also möglichst so früh es geht um einen passenden Betreuungsplatz! 

Schau Dir verschiedene Betreuungseinrichtungen an und trete in Kontakt mit der Leitung der jeweiligen Institution. So bekommst Du nicht nur ein Gefühl für das jeweilige Betreuungskonzept, Du stellst einen persönlichen Kontakt her. Viele Einrichtungen gehen nicht nur nach Warteliste. Sie wünschen sich Kinder und Familien, die zu ihnen passen. Das persönliche Gespräch kann Dir also dabei helfen, einen guten Platz für Dein Kind zu finden, wo es liebevoll betreut wird. 

Der Start in den Kitaalltag 


Kommt Dein Kind in eine Betreuungseinrichtung, startet ein neuer, spannender Lebensabschnitt. Und das nicht nur für Dein Kind! Auch für Dich kann die erste Zeit sehr aufregend und mitunter emotional werden. Den eigenen kleinen Schatz in fremde Hände zu geben in einer Einrichtung mit eigenem pädagogischem Konzept, das unter Umständen nicht in allen Punkten Deinem eigenen entspricht, kann sehr aufregend sein. Plane ausreichend Zeit für die Eingewöhnungsphase ein. Einige Kinder sind bereits nach einigen Tagen „eingewöhnt“ und verabschieden sich fröhlich von der Mama. Andere Kinder benötigen mehr Zeit für die „Abnabelung“– es fällt ihnen schwer, sich zu lösen und die Trennung von der Mama nicht leicht. Keine Panik, wenn Dein Kind etwas länger braucht, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Das ist alles ganz normal. Auch wir Erwachsenen beanspruchen Zeit, um uns beispielsweise in einem neuen Job und einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Je weniger Stress und Zeitdruck Ihr in dieser spannenden Phase habt, desto besser wird der Einstieg funktionieren. 

Gut geplant ist halb gewonnen – baue Dir ein Notfallnetzwerk auf 


Meistens kommt es anderes – und immer als Du denkst! Auch wenn Du noch so toll planst, es kann immer wieder vorkommen, dass Dein Kind gerade dann krank wird, wenn ein wichtiger Termin ansteht. Jetzt ist ein gutes Notfall-Netzwerk gefragt. Von Babysitter über Großeltern, von anderen Mamas bis zu Freunden: Baue Dir ein Netzwerk aus Vertrauenspersonen auf, auf deren Hilfe Du im Notfall zurückgreifen kannst. So weißt Du Dein Kind auch in schwierigen Situationen gut versorgt und kannst Deinem Job wie gewohnt nachgehen. 

Frag nach Hilfe 


Nicht nur für Notfälle ist ein gutes Netzwerk Gold wert. Der Alltag als berufstätige Mutter wird Dir einiges abverlangen. Aber Du musst die Herausforderungen nicht alleine stemmen. Bau Dir ein Mütternetzwerk auf! Ihr sitzt alle im selben Boot und könnt Euch wunderbar gegenseitig unterstützen. Du brauchst länger im Büro, aber die Mama von Carl hat heute frei? Bestimmt wird sie Deinen kleinen Spatz gerne mit abholen. Du kannst Dich bei anderer Gelegenheit revanchieren. Du hast Großeltern in der Nähe? Umso besser! Wie wäre zum Beispiel ein fester „Oma-Opa-Tag“? Sie können beispielsweise an einem Nachmittag in der Woche die Kinderbetreuung übernehmen. Während Du in Ruhe arbeitest, verlebt Dein Kind Qualitytime mit seinen Großeltern.  Auch ein Babysitter oder Au-Pair kann eine echte Bereicherung für Dein Kind sein. Lassen es Eure finanziellen Mittel zu, ist auch eine Putzhilfe eine tolle Entlastung.

Gebt Euch Zeit

Bei allen Ratschlägen, ist dieser vielleicht der Wichtigste: Gebt Euch selber ein wenig Zeit. Nicht alles muss auf Anhieb reibungslos funktionieren. Mit dem Wiedereinstieg in den Job wird sich Euer Leben sehr verändern und auch die Rollen innerhalb der Familie können sich neu verteilen. Es ist ganz normal, dass es eine Weile dauert, bis jeder in seine neue Rolle gefunden und sich an die neue Situation gewöhnt hat.

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