Bewegung gegen den Lockdown-Blues

Bewegung hebt die Stimmung – selbst wenn nicht gerade Leistungssport betrieben wird. Das konnten Forscher aus Karlsruhe und Mainz in einer gemeinschaftlichen Untersuchung unter anderem direkt am Gehirn zeigen.

Alternative: Treppensteigen soll gegen schlechte Laune helfen

Bewegung wirkt an vielen Stellen im Körper positiv – auch auf die Seele. Eine neue Untersuchung hat den Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden und Alltagsbewegungen untersucht – unter anderem mit Hilfe von MRT-Scans, die einen Blick in das Gehirn der Probanden ermöglichten. Dabei ging es nicht um spezielle Trainingseinheiten, sondern um Aktivitäten, die im Leben der Studienteilnehmer ohnehin vorkamen – etwa Treppensteigen.

Bewegung lädt den emotionalen Akku

Die Aktivität der 67 Versuchsteilnehmer wurde mit Bewegungssensoren und Smartphone-Abfragen erfasst. Gleichzeitig wurden die Teilnehmer elektronisch nach ihrem “Energielevel” gefragt, also wie fit und motiviert sie sich fühlten. Direkt nach körperlicher Bewegung fühlten die Probanden sich (erwartungsgemäß) wacher und energiegeladener.

Diese subjektiven Befunde wurden dann mit den Ergebnissen von “Hirnscans” im MRT verglichen. Dort untersuchten die Forscher eine bestimmte Region der Großhirnrinde, von der bereits bekannt ist, dass sie mit Wohlbefinden und psychischer Gesundheit in Zusammenhang steht. Die Hirnregion spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation von Emotionen und der Widerstandsfähigkeit gegen psychische Erkrankungen. Das Ergebnis: Gerade solche Menschen, die an der gemessenen Stelle weniger graue Hirnmasse hatten, sprachen stärker auf Bewegung an.

Wer sich schlecht fühlt, profitiert am meisten

“Die Ergebnisse weisen damit auf einen spezifischen Nutzen von körperlicher Aktivität im Alltag für das Wohlbefinden hin, insbesondere bei Menschen, die anfällig für psychiatrische Erkrankungen sind,” meint Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Vorstandsvorsitzender des an der Studie beteiligten Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim.

Die Studie hat allerdings zunächst nur Zusammenhänge beobachtet. Ob sich mit einer veränderten Alltagsaktivität Hirnvolumen und Wohlbefinden gezielt und nachhaltig steigern lassen, müsste in weiteren Studien geklärt werden. Kurzfristig scheint ein Gang durchs Treppenhaus aber in jedem Fall einen Effekt zu haben: “Schon das alltägliche Treppensteigen kann helfen, sich wach und energiegeladen zu fühlen und damit das Wohlbefinden zu steigern”, werten Dr. Markus Reichert und Dr. Urs Braun die Ergebnisse aus. Langfristig profitiert in jedem Fall die körperliche Fitness von mehr Bewegung. Gründe gibt es also genug.

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