Welche Rolle spielt das Alter bei Kinderwunsch?

Neben der Frage, ob es überhaupt den richtigen Zeitpunkt für ein Kind gibt, fragen sich viele Frauen, ob es auch das richtige Alter für eine Schwangerschaft gibt. Bestimmt hast auch Du schon davon gehört, dass Deine Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter abnimmt. Aber was bedeutet das eigentlich konkret? 

Das Alter der werdenden Mütter steigt 


Fakt ist, dass Frauen heutzutage deutlich später ihr erstes Kind bekommen als früher. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Zum einen haben sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Frauen sehr verändert. Zum anderen gilt es, Kind, Karriere, Partnerschaft und Selbstverwirklichung in Einklang zu bringen. Viele Frauen fühlen sich in ihren Zwanzigern einfach noch zu jung oder stecken mitten in der Ausbildung. Dann, nach einer langen Ausbildungsphase, wünschen sich viele Frauen, zunächst im Job Fuß zu fassen. Sie wollen ihre Karriere ausbauen, ihre Unabhängigkeit genießen, auf Reisen gehen und vieles mehr. Andere Frauen wiederum bekommen früh ihr erstes Kind und wünschen sich viele Jahre später einen kleinen Nachzügler. Wieder andere wünschen sich zwar Kinder, haben in den 20ern und 30ern jedoch einfach noch nicht den richtigen Partner für die Familiengründung gefunden. 

Du siehst, die Frage nach dem idealen Alter ist nur in der Theorie zu beantworten. So spielen Lebenssituation des einzelnen gerade bei dem Thema Familienplanung eine große Rolle. 

Mit dem Älterwerden sinkt die Fruchtbarkeit 


Leider lässt sich das biologische Alter der Frau aber nicht wegdiskutieren. Im Gegensatz zu Männern, die mehr oder weniger problemlos ihr ganzes Leben lang Kinder zeugen können, sind die fruchtbaren Jahre einer Frau begrenzt. Fragt man Mediziner nach dem optimalen Zeitpunkt zum Kinderkriegen, fällt die Antwort eindeutig aus: Je früher-desto besser! Das Alter zwischen zwanzig und dreißig gilt als optimal, um Kinder zu bekommen. Jedenfalls aus medizinischer Sicht. In diesem Lebensabschnitt bist Du am fruchtbarsten und die Risiken für genetische Defekte sowie Fehlgeburten sind am geringsten. 

Eizellenreserve: Schon vor der Geburt festgelegt 


Wusstest Du, dass all Deine Eizellen bereits pränatal vollständig angelegt wurden? Das bedeutet, Du hast – seit Du auf der Welt bist – ein festgelegtes Depot an Eizellen in Deinen Eierstöcken, die jeden Monat auf ihren Einsatz warten. Waren das bei Deiner Geburt über eine Million Eizellen, so sind zu Beginn der Pubertät noch ca. 300.000 – 400.000 Stück übrig. In den kommenden fruchtbaren Jahren werden monatlich zwischen 40 und 1000 Eizellen „verbraucht“. Statistisch gesehen  werden im Laufe Deines Lebens nur ca. 300 Eizellen tatsächlich „springen“. Der größte Teil des Depots bildet sich im Laufe der Zeit zurück. Das passiert ganz unabhängig davon, was Du für einen Lebensstil pflegst. Deine Eizellenzahl wird sich altersabhängig verändern. Aber nicht nur die Anzahl der zur Verfügung stehenden Eizellen sinkt mit zunehmendem Alter. Auch die Qualität der Eizellen nimmt im Laufe der Zeit ab. Sicher einer der Gründe, warum viele Frauen mit zunehmendem Altem die Hilfe der Reproduktionsmedizin in Anspruch nehmen. 

Ab wann sinkt die Fruchtbarkeit bei der Frau?


Egal ob Du Dich mit 35 noch topfit fühlst und agil bist. Ein gesunder Lifestyle verhindert die Abnahme Deiner Eizellen leider nicht. Dennoch kann er einen großen Einfluss auf deine Fruchtbarkeit haben! Ein ungesunder Lifestyle hingegen kann die Anzahl die Abnahme Deiner Eizellenzahl sogar noch beschleunigen. Übergewicht und Rauchen zum Beispiel können sich nicht nur negativ auf die Anzahl Deiner Eizellen, sondern auch auf Deine gesamte Fruchtbarkeit auswirken. 

Statistisch gesehen bist Du mit zwischen 20 und 30 am fruchtbarsten. Danach nimmt die Fruchtbarkeit rapide ab. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, liegt bei einer 25-30-jährigen Frau pro Zyklus bei durchschnittlich 23 Prozent. Bei einer 36-jährigen Frau noch bei 16 Prozent. Im Alter von 40 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit, in einem Zyklus schwanger zu werden, nur noch bei 5 Prozent. Mit 45 sinkt die Wahrscheinlichkeit auf natürlichem Wege schwanger zu werden gen Null. Aber auch die Hilfe der Reproduktionsmedizin stößt mit zunehmendem Alter der Frau an ihre Grenzen. Je „älter“ die Frau, desto geringer die Chance einer erfolgreichen Einnistung der Eizelle und einer Schwangerschaft. 

Vieles spricht aber auch für eine spätere Schwangerschaft


Aber auch alle Frauen über 30 dürfen nun einmal aufatmen! Denn wenn man einer Studie der University of California glauben darf, gibt es tatsächlich das optimale Alter, um eine Familie zu gründen. Und das ist – Biologie mal ganz außen vor – viel höher als man annehmen würde. Die Forscher haben nämlich herausgefunden, dass ältere Mütter gegenüber ihren jungen Kolleginnen einen entscheidenden Vorteil haben: Sie sind „bereiter“ für ein Baby. Ab 35 sind Frauen mental in der besten Verfassung, um Mutter zu werden. 

Festgehalten werden kann also, dass die Fruchtbarkeit ab dem 30. Lebensjahr zwar abnimmt – das lässt sich nicht von der Hand weisen. Das heißt aber noch lange nicht, dass Deine Eizellen mit Deinem 35. Geburtstag ihr Haltbarkeitsdatum überschritten haben. Schwanger zu werden ist auch mit über 30 noch gut möglich und bringt sogar Vorteile mit sich! Außerdem ist Dein Alter nur einer von vielen Einflussfaktoren. Ein gesundes Gewicht, eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung und Entspannung können die Chancen auf eine Schwangerschaft ebenfalls erhöhen! 

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