Der Weg zum Wunschkind - Glaubt an euer Glück

Wir haben für Euch Paare gesucht, die auf dem Weg zum Wunschkind die eine oder andere Hürde überspringen mussten, deren Weg nicht gradlinig zum Ziel geführt hat. Warum? Weil wir anderen Paaren in ähnlichen Situationen Mut machen wollen, an ihren Traum zu glauben. Heute veröffentlichen wir die erste zu Herzen gehende Geschichte mit der Botschaft: „Glaubt an Euer Glück!“

Orthomol Natal: Erzähl uns deine Geschichte


Mein Freund und ich haben uns im Job kennengelernt. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade 30, er 43 Jahre alt. Wir waren sehr ineinander verliebt. Für mich stand immer fest, dass ich eine Familie mit Kindern, im besten Fall mit vielen Kindern, haben möchte. Mein Traum war ein Leben mit einer erfüllenden Arbeit und einem turbulenten Familienleben. Ich malte mir aus, wie gut mir diese Balance tun würde. Mein Freund hatte seinen Lebensplan offener gehalten. Für ihn wäre ein Leben als Paar ohne Kinder kein Weltuntergang gewesen. Als wir nach ca. eineinhalb / zwei Jahren über Kinder sprachen, schlugen zwei Herzen in seiner Brust. Wie würde ein Kind sein Leben verändern? Alle sprachen davon, dass mit Kind nichts mehr so sei wie früher. Könnte er weiter seinem Hobby nachgehen? Können wir dem Kind emotional und finanziell eine sichere Zukunft bieten? Wir ließen es darauf ankommen.

Der Startschuss fällt


Zu dem Zeitpunkt hatte ich längst meinen Zyklus studiert, mich über fruchtbare Tage informiert und malte mir aus, wie lange „es“ wohl noch dauern würde. Mein Freund war viel ruhiger. Er hielt sich im Grunde daran, „es entspannt anzugehen“. Es passierte nichts. Ich schilderte meinem Frauenarzt unsere Pläne, woraufhin ich dahingehend untersucht wurde, ob ein grundsätzlich biologisches Defizit vorlag. Das Ergebnis: Meine Grundlagen waren in Ordnung. Nicht sensationell, aber aus medizinischer Sicht war ich absolut in der Lage, Kinder zu bekommen. Meinem Freund erzählte ich wenig von den Arztbesuchen. Ich hatte die Befürchtung, dass sich der Druck, den ich empfand, auf ihn übertragen würde.

Druck, Druck, Druck…


So habe ich mir Schwanger werden nicht vorgestellt


Und mein Druck war enorm. Bisher lief in meinem Leben immer alles vorwärts, ohne großen Kampf zielgerichtet. So hatte ich mir auch das schwanger werden vorgestellt. Jeden Monat dachte ich, „bestimmt ist es jetzt so weit“. Jeden Tag, den die Periode auf sich warten ließ, stieg auch die Freude. Zweimal kaufte ich sogar einen Schwangerschaftstest. Und dann die große Enttäuschung, wenn es wieder nicht geklappt hatte. Von dem Gedanken, dass der Eintritt einer Schwangerschaft ein Selbstläufer ist, musste ich mich also verabschieden. Ich investierte irrsinnig viel Geld in Ovaluationstests und Mönchspfeffer, Folsäurepräparate etc., immer mit dem Gedanken, mit mir sei etwas nicht in Ordnung.

Mein Frauenarzt riet uns, ein Spermiogramm machen zu lassen. Wir gingen zum Endokrinologen (Hormonspezialist). Das Spermiogramm fiel schlecht aus. Das Bild bleibt bis heute in meinem Kopf. Mein Frauenarzt schaute auf den Ausdruck der Diagnose, schüttelte den Kopf und murmelt „nee, nee, nee“. Die Mobilität der Spermien war am unteren Grenzwert. Der Gynäkologe wie auch der Urologe schlossen eine Zeugungsfähigkeit meines Freundes nicht aus, aber sie war unwahrscheinlich.

Nächste Station: Kinderwunschklinik


Mein Arzt riet mir, eine Kinderwunschklinik aufzusuchen. In der Kinderwunschklinik informierte man uns über die Möglichkeiten: Insemination (Samenübertragung) oder IVF (künstliche Befruchtung). Wir entschieden uns für die IVF. Ich war 34, mein Freund 46. Insbesondere ich hatte den Eindruck, uns liefe die Zeit davon. Ich wollte auf Nummer sicher gehen, koste es, was es wolle. Und es kostete ein Vermögen. Die Behandlung wurde durchgeführt: Hormone geschluckt, gespritzt, eingeführt, Blut abgenommen. Glücklicherweise hatte ich kaum mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Aber vielleicht war ich mittlerweile auch so angespannt, dass ich nichts mehr gemerkt habe.

Ich war das Zugpferd in dem mittlerweile zum Projekt gewordenen Kinderwunsch und es erschütterte mich, dass bei mir ausnahmsweise nicht alles wie am Schnürchen lief. Auch für unsere Partnerschaft war diese Zeit eine echte Belastungsprobe. Wir entfremdeten uns voneinander und paradoxerweise hatte der Akt des Kinderkriegens mehr mit enttäuschenden, als mit liebevollen Gefühlen zu tun.

Zwischen Hoffen & Bangen


Die Follikelpunktion (Eizellenentnahme) war im Nachgang recht schmerzhaft. Und wir hatten am Ende nur drei befruchtete Eier. Diese Eier ließen wir einsetzen. Aus Angst, dass der Stress bei der Arbeit negative Auswirken haben könnte, ließ ich mich die Zeit bis zum Schwangerschaftstest krankschreiben. Die Blutabnahme kam, dann der Anruf: Ich war schwanger. Ich war unfassbar glücklich und wusste gar nicht wohin mit all den Gefühlen. Gleich schoss mir durch den Kopf: Achtung! Nicht zu sehr freuen, denn die ersten drei Monate kann so viel passieren! Es passierte nichts. Die Schwangerschaft lief problemlos. Es hat noch eine Weile gedauert, bis auch mein Freund emotional nachgezogen ist. Aber die gemeinsame Vorfreude kam rechtzeitig zurück und unser Kind das erste Mal in den Armen zu halten erfüllte uns mit großem Glück. Unser Sohn ist gesund und in einer vergleichsweise glimpflichen Geburt zur Welt gekommen.


Pures Glück!

Aller guten Dinge sind ….


Den zweiten Anlauf begannen wir, als unser Sohn ein Jahr war. Mein Freund und ich wünschten uns beide ein zweites Kind und waren bei diesem Anlauf ein viel besseres Team als noch beim ersten Versuch. Diesmal sah unsere Herangehensweise „es entspannt angehen lassen“ so aus, dass wir den einen noch übrig gebliebenen und eingefrorenen Embryo einsetzen ließen. Wissentlich, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft geringer sei. Nach einer kurzen, aber nicht kostenlosen Vorbehandlung, wurde mir der Embryo eingesetzt. Leider wurde ich nicht schwanger. Wir mussten also wieder eine Follikelpunktion angehen. Dieses Mal hatten wir 14 Eier. Obwohl mir klar war, dass der vorherige Versuch nicht besonders erfolgsversprechend gewesen war, hatte mir das Scheitern einen Dämpfer verpasst. Ich war mittlerweile 37 Jahre alt und wir entschieden uns für einen Transfer von drei befruchteten Eiern. Es folgte das gleiche Spiel: Ich ließ mich krankschreiben bis zur Blutabnahme und bekam die überwältigende Nachricht: Ich war schwanger. Nach der ersten Untersuchung war klar: mit Zwillingen. Doppelt wow!

Die Schwangerschaft verlief dieses Mal leider nicht so unproblematisch wie beim ersten Mal. Die Komplikationen begannen ungefähr in der 20. Schwangerschaftswoche und endeten auf der Pränatalstation. Die Zwillinge kamen in der SSW 32 zur Welt. Sie wurden per Notkaiserschnitt geholt, lagen 10 Tage auf der Intensivstation, entwickelten sich dort aber prächtig. Heute sind sie gesund und munter und mein Traum von einer großen, trubeligen Familie tatsächlich Realität! Als Familie und als Paar stehen wir enger zusammen als je zuvor. Und bei all dem Stress, den drei Kinder mit sich bringen können…ich würde es immer wieder genauso machen und bin unendlich dankbar für meine kleine, große Familie!

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