Digital Detox - eine analoge Auszeit nehmen

Heutzutage nutzen wir unser Handy, Tablet oder Laptop für beinahe alles oder während beinahe allem. Unsere digitalen Weggefährten sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Und es stimmt, oft helfen sie uns dabei, noch mehr zu schaffen und produktiver zu sein. Doch manchmal ist es genau diese Produktivität, die unser Leben stressig macht. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich auch einmal eine Auszeit zu nehmen.

Alltagshelfer Nummer eins

Zunächst sollte vielleicht geklärt werden, was genau der Begriff “Digital Detox” meint. Der ganze Prozess soll Dich von Deinem digitalen Umfeld entgiften und den Stress in Deinem Leben reduzieren. Durch den permanenten Zugang zu all unseren Medien sind wir ständig erreichbar. Zusätzlich sehen wir auf Social Media Kanälen täglich, was für ein (scheinbar) perfektes Leben unsere Mitmenschen führen.

Kein Wunder, dass uns das unter Stress setzen kann! Außerdem entwickelt sich durch die ständige Erreichbarkeit von Informationen das Gefühl, dass man nichts verpassen darf. Denn ein Großteil unserer Erlebniswelt spielt sich in einem digitalen Raum ab. Informationen sind nun über Google erhältlich, man trifft sich mit seinen Freunden über Whatsapp, Musik und Filme werden online gestreamt und selbst Bücher werden immer öfter als digitale Version konsumiert. Kein Wunder, dass wir unserem Handy so viel Bedeutung zuschreiben.

Fear of missing out

Für den ständigen Stress, den wir beim digitalen Konsum empfinden gibt es einen Begriff, FOMO, oder “fear of missing out”. Auf Deutsch bedeutet das so viel, wie, die Angst, etwas zu verpassen. Genauer gesagt, die Angst, etwas Spannendes oder Interessantes, das online passiert ist, zu verpassen oder die Angst davor, dass unsere Mitmenschen ein erfüllteres Leben führen. Dieses Gefühl gibt es vermutlich schon seit dem Beginn der zivilisierten Menschheit, doch die Digitalisierung hat den Effekt deutlich verstärkt. Die technischen Medien machen unsere Gesellschaft zeit- und ortsunabhängig erreichbar. Du erfährst mittlerweile über Statusupdates mehr über den Tag Deiner Freunde, als wenn Du ein Gespräch mit ihnen führen würdest.

Außerdem bieten soziale Netzwerke die Möglichkeit für einen ständigen Vergleich mit anderen. Dadurch entsteht ein Gefühl von Neid und als Folge sinkt das eigene Selbstwertgefühl. So kann man also zusammenfassen, dass soziale Medien als digitale Schaufenster dienen, die die beste Version der Leben anderer ausstellen. Wir sind mittlerweile so fixiert darauf, dass unser Handy klingeln, summen oder blinken könnte, dass wir oft selbst dann danach greifen, wenn gar nichts passiert ist.

Von digital zu analog

Und genau deshalb wird der Trend Digital Detox gerade so populär. Um ihn umsetzen zu können, muss jedoch zunächst erkannt werden, dass man Medien problematisch nutzt. Das bedeutet, dass Du Deine eigene Mediennutzung kritisch reflektieren solltest. Sollte die Nutzung Deiner technischen Geräte aufgrund von z.B. Arbeit nicht reduziert werden können, gibt es noch immer die Möglichkeit, Kommunikationsprozesse effizienter zu gestalten.

Beim Digital Detox ist das Hauptziel, dass Du wieder die Kontrolle darüber gewinnst, wann Du Deine digitalen Medien nutzt und nicht andersherum. Im Folgenden findest Du ein paar Tipps, wie Du dieses Ziel erreichen kannst.

  1. Entferne Deine digitalen Geräte aus Deinem Schlafzimmer. Dein Schlaf ist weniger erholsam, wenn Du Geräte vor dem Schlafen nutzt oder sie nachts blinken. Dein Bett sollte einen Ort der Ruhe und Entspannung darstellen. Mental betrachtet symbolisiert Dein Handy das genaue Gegenteil.
  2. Verwende einen analogen Wecker. Mittlerweile nutzen viele Menschen die Funktion “Wecker” ihres Handys, um sich morgens wach machen zu lassen. Das bedeutet jedoch natürlich, dass das Handy sich im Schlafzimmer befindet. Tust Du das nicht, verhinderst Du gleichzeitig auch, dass Du direkt nach dem Aufwachen wieder am Handy bist.
  3. Lege einen Zeitpunkt am Morgen fest, ab dem Du technische Geräte nutzt. Die Nutzung des Handys direkt nach dem Aufwachen bewirkt, dass Du sofort von Dir selbst abgelenkt wirst. Anstatt Dich auf Deine Reaktivierung am Morgen zu konzentrieren, wirst Du sofort wieder mental gestresst. Vielleicht frühstückst Du erstmal, duschst, oder machst etwas Yoga…
  4. Lege außerdem fest, wie oft Du am Tag deine Mails oder Nachrichten abrufst. So kannst Du Deine Zeit effizienter nutzen. Falls mal wirklich etwas wichtiges passiert, bist Du ja immer noch telefonisch erreichbar. Es wird niemanden verletzen, wenn Du mal etwas länger brauchst, um zu antworten.
  5. Lass’ Dein Handy mal zu Hause. Dieser Punkt mag vielleicht schwerfallen und sich komisch anfühlen. Denk’ mal darüber nach, wie oft Du an Deinem Handy bist, wenn Du Dich mit Freunden triffst. Diese Ablenkung würde es nicht mehr geben, würdest Du das Handy einfach mal nicht mitnehmen.
  6. Bestimme einen Offline-Tag oder wenigstens mehrere Stunden. Während dieser Zeit kannst Du Freunde und Familie treffen, ein Buch lesen, Sport machen oder in der Badewanne entspannen. So reduzierst Du die Fülle an Informationen wenigstens für einen Tag. 
  7. Nutze diese Entschleunigung auch durch Achtsamkeit. Zum Thema Entschleunigung findest Du hier einen Artikel. Der Digital Detox unterstützt beide Prozesse und reinigt Deine Seele. Ein wunderbarer Weg, sich selbst besser kennenzulernen.

Ähnliche Artikel

Entschleunigung - Frau genießt Aussicht in den Bergen

Entschleunigung - weniger Stress, mehr Zeit im Alltag

Vergleicht man die Vergangenheit mit der Gegenwart fällt auf, dass unsere Welt in den meisten Bereichen immer schneller wächst und sich ständig weiterentwickelt. Die Slow-Bewegung setzt sich diesem Trend entgegen.
Mehr
Frühjahrsputz - mentale Entrümpelung, Vorschaubild

Frühjahrsputz – die mentale und räumliche Entrümpelung

Alle Jahre wieder kommt der Staub aus seinen Ecken hervor. Viele von uns haben dann eigentlich keine Lust ihn zu entfernen. Hier erfährst Du, warum sich die räumliche und mentale Entrümpelung Deiner Umgebung langfristig lohnen kann.
Mehr
sisu frau malerische landschaft headerbild

Sisu - der finnische Weg zum Glück

Überall auf der Welt gibt es verschiedene Ansichten, wie man zu seinem eigenen persönlichen Glück findet. Finnland ist laut dem World Happiness Report das glücklichste Land der Welt. Und Sisu scheint eine der wichtigsten Zutaten für das fröhliche Leben der Finnen zu sein. Worum es dabei genau geht, erfährst Du hier.
Mehr
Mit Soft Skills Kompetenzen stärken headerbild

Soft Skills - Stärke Deine wichtigsten Kompetenzen

Bildest Du Dich für Deinen späteren Beruf aus, stärkst Du aktiv Deine berufstypischen Qualifikationen (Hard Skills). Doch heutzutage tritt die Bedeutung von Soft Skills immer mehr in den Vordergrund. Arbeitgeber achten vermehrt auf diese Kompetenzen. Doch auch für Deine persönliche Entwicklung sind ausgeprägte Soft Skills von Bedeutung. Erfahre hier, was es damit auf sich hat.
Mehr