Doping mit Spinat - Die Wirkung des Inhaltstoffes Ecdysteron

Eine Substanz, die natürlicherweise in Blattspinat vorkommt, hat offenbar Einfluss auf das Muskelwachstum im Training. Das Pflanzenhormon galt unter Leistungssportlern schon länger als „Geheimtipp“, jetzt hat die Welt-Anti-Doping-Agentur eine Studie beauftragt, um die Wirkung des Stoffes zu untersuchen. Die Autoren der Untersuchung sagen: Ecdysteron gehört auf die Liste verbotener Substanzen.
Popeye hatte also doch recht: Spinat macht stark. Das grüne Gemüse hat viele gesunde Inhaltsstoffe wie das B-Vitamin Folsäure oder den Mineralstoff Eisen. In der aktuellen Untersuchung stand jedoch ein sekundärer Pflanzenstoff im Visier der Forscher, den die Pflanze als Fraßschutz herstellt: Ecdysteron ist ein pflanzliches Steroid. In hoher Dosis von bis zu 48 mg pro Tag als Extrakt in Kapseln eingenommen, steigerte es das Muskelwachstum von Kraftsportlern bei entsprechendem Training. Mögliche Nebenwirkungen wurden in der Studie nicht untersucht, sind aber nicht auszuschließen. Auch stellten die Forscher fest, dass die freiverkäuflichen Kapseln bei Weitem nicht die angegebenen Wirkstoffmengen enthielten. Effekte waren darüber hinaus nur bei begleitendem Training sichtbar – die Einnahme der Kapseln allein beeinflusste Kraft und Muskelwachstum der Probanden nicht.

Spinat bleibt erlaubt

Die Autoren der Studie befürworten eine Aufnahme des pflanzlichen Hormons, das auch als „Russian Secret“ bekannt ist, in die Dopingliste. Spinatliebhaber dürfen aber beruhigt weiteressen: Relevante Plasmaspiegel sind durch einen normalen Spinatverzehr nicht zu erreichen, gibt die Studienautorin Prof. Maria Kristina Parrvon der Freien Universität Berlin zu Protokoll. Der Gehalt an Ecdysteron schwankt stark von Sorte zu Sorte und verändert sich auch im Verlauf des Wachstums. Die Autoren schätzen aber, dass höchstens 5 mg/100 g Spinat vorkommen. Entsprechend seien auch keine Nebenwirkungen zu befürchten.

Photo by Starstuff, Adobe Stock

Ähnliche Artikel

In Selbstquarantäne körperlich aktiv bleiben - Paar mit Basketball

Selbstquarantäne - aktiv trotz Kontaktsperre und Social Distancing

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) hat unser Leben in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt. Eine der drastischsten Maßnahmen, um die Verbreitung von COVID-19 zu verlangsamen, sind die von zahlreichen Ländern verhängten Kontakt- und Ausgangssperren. Dadurch passiert es gerade häufig, dass der Anteil unserer gewohnten täglichen körperlichen Aktivität auf ein Minimum heruntergefahren wird.
Mehr
Dehnübung am Morgen: Frau streckt sich

Starte fit in den Tag - Der perfekte Tagesbeginn für jeden

Für den einen ist es eine Leichtigkeit, für den anderen eine Qual. Morgens aufzustehen fällt nicht jedem leicht. Umso wichtiger ist es, eine Morgenroutine zu finden, mit der Ihr fit in den Tag starten könnt.
Mehr
Kochlöffel mit Zucker, Zuckerwürfel - Studie zu Zucker und Glücksgefühl

Studie bestätigt: Zucker macht dich nicht glücklich

Süßes gilt als „Nervennahrung“. Stress wird gern mit Schokolade bekämpft, und um bei ungeliebten Aufgaben konzentriert zu bleiben, sollen süße Snacks Motivationslöcher stopfen. Wissenschaftler haben die Studienlage zum Einfluss von Zucker auf die Gemütslage durchforstet und behaupten: Es gibt kein Zuckerhoch.
Mehr