Entspannte Nächte – So helfen Rituale beim Ein- und Durchschlafen

Manche Babys schlafen nachts von Anfang an bis zur nächsten Trinkzeit, andere wollen und wollen nicht in den Schlaf kommen. Für die stillende Mama ist manchmal kaum noch an eine erholsame Nacht zu denken. Und auch Kleinkinder kommen oft nicht zur Ruhe. Manchmal helfen in solchen Fällen Abend- und Einschlafrituale. Wir haben einige davon zusammengestellt.

Klar, am Anfang ist alles noch ungewohnt, Du und Dein Baby müsst Euch erst mal richtig kennenlernen, und mit Euch natürlich die ganze Familie. Zu allererst bestimmen Still- bzw. Flaschenzeiten den Tagesrhythmus. Doch irgendwann nehmen die Wachphasen zu, die allerdings nicht immer mit Deinen Tages- (und Nacht-)Abläufen zusammenpassen. Umso wichtiger ist es, dass Du Deinem kleinen Schatz so früh wie möglich einen Schlafrhythmus angewöhnst. Eine entspannte, abendliche Routine, Einschlafrituale und eine beruhigende Schlafumgebung helfen Euch dabei.

Selbst in den ersten Monaten kannst Du schon mit den Ritualen beginnen, etwa indem Du abends Deinem Baby den Nachtstrampler anziehst und ein typisches Gute-Nacht-Lied singst. Dunkel ist es dann ja oft sowieso schon. Wenn nicht, dunkelst Du das Zimmer einfach ab. Das ist auch später sinnvoll. Wichtig zu wissen ist auch schon im ersten Lebensjahr, dass nicht jedes nächtliche Quengeln besorgniserregend sein muss. Auch Neugeborene verarbeiten ihre Eindrücke während des Schlafens. Ein leichtes Quäken hilft ihnen oft selbst beim Wiedereinschlafen. Du kannst Dein Baby also guten Gewissens auch mal etwa drei bis fünf Minuten quengeln lassen. 

Zwar leiden viele Jungeltern gerade in den ersten Monaten am Schlafentzug, aber man hat sich ja meist vorher darauf eingestellt, dass das mit einem Baby auf einen zukommt. Trotzdem: Denke immer daran, auch Dir selbst Ruhephasen einzurichten. Ein anstrengender Schlafrhythmus ist in der Anfangszeit vollkommen normal – problematischer werden Ein- und Durchschlafprobleme allerdings, wenn die Kinder älter werden – also etwa nach dem ersten Lebensjahr. Das Gute: Es gibt noch ein paar andere ganz einfache Tricks. 

Geborgenheit und Sicherheit am Tag stärken für die Nacht

Schenke Deinem Kind tagsüber viel Sicherheit, auch indem Du es in seinen Eigenaktivitäten unterstützt. Gerade Kleinkinder wollen sich ausprobieren, suchen dabei jedoch gleichermaßen nach der Geborgenheit bei Mama und Papa. Wenn Du ihm diese gibst, ohne gleich überbehütend zu sein, vermittelst Du Deinem Kind die Gewissheit, dass Du immer da bist, wenn es Dich braucht.

Davon profitierst Du auch in der Nacht. Denn wenn Du Dein Kind am Tag darin bestärkst, sich selbst etwas zuzutrauen und ihm die Nähe bietest, die es hierfür braucht, bildet das zusammen eine gute Grundlage auch für den nächtlichen Schlaf. Beides sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich ein Kind in der Nacht weniger schnell verlassen fühlt und lernt, eigenständig wieder einzuschlafen. Darauf weist auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrem Portal kindergesundheit-info.de hin.

Lass den Tag ruhig ausklingen

Natürlich schläft auch Dein Kind besser, wenn es müde ist. Daher sorge so früh wie möglich für ausreichend Bewegung und Anregung. Biete ihm den Raum zum Spielen und für neue Erfahrungen, dann ist es abends zufrieden und müde. Beginne dann rechtzeitig mit dem Abendritual, also dem gemeinsamen Abendessen, Bettfertigmachen, eine Geschichte lesen, ein Lied summen oder singen. Dann lernt Dein Kleines schon ganz früh, wann sich der Tag dem Ende neigt und es Zeit zum Schlafen ist. Gerade beim Vorlesen oder Singen hilft es, wenn es schon im Bett liegt und Du daneben sitzt (beim Liegen schlafen viele Eltern oft schneller ein als das Kind).

Störendes weg aus Bett und Kinderzimmer

Ein Kuscheltier oder “Schnuffeltuch” kann Trost und Geborgenheit spenden. Spielzeug, wie Rasseln oder andere harte Gegenstände, solltest Du aus dem Bettchen für die Nacht entfernen, um unnötige Störfaktoren zu beseitigen. Auch ein Schlafsack unterstützt einen ruhigen Schlaf, denn Dein Kind kann sich damit nicht frei strampeln und möglicherweise anfangen zu frieren, was es aufwachen lässt. Ohnehin sind Schlafsäcke bei Kleinkindern sinnvoll, weil so keine Kissen und Decken über Mund und Nase gelangen können. Achte darauf, dass es dunkel ist (Nachtlichter helfen bei der Orientierung), möglichst ruhig und ohne störende Gerüche. Rauchen sollte in einem Kinderhaushalt ohnehin tabu sein.

Konsequenz und ein wenig Härte

Schlafforscher entwickeln immer wieder neue Schlaflernprogramme, eines davon ist die Ferber-Methode, auf der auch der deutsche Beststeller „Jedes Kind kann schlafen lernen“ von Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth basiert. Sie besagt, dass man das Kind nach einem liebevollen Einschlafritual ins Bett legt und dann das Zimmer verlässt. Beginnt es sich zu beschweren oder zu wimmern, sollten Eltern erst nach einer gewissen Zeit zurück in das Zimmer gehen und das Kind beruhigen. Die Methode ist allerdings umstritten, weil sie eine gewisse Härte voraussetzt.

Sanfter geht da die von dem Freiburger Schlafforscher und Psychotherapeuten Ulrich Rabenschlag entwickelte „Sanduhrmethode“. Sie schlägt vor, jeweils drei Minuten, also bis eine Sanduhr durchgelaufen ist, auszuharren, bis man wieder zum Kind geht, länger aber nicht. Vor allem weist er darauf hin, dass diese Methode nicht bei Kindern unter einem Jahr anzuwenden ist.

Für den Kinderschlafexperten Dr. Alfred Wiater ist entscheidend, dass Eltern insgesamt ein konsequentes Verhalten an den Tag legen – tagsüber, abends und nachts. Dann seien spezielle Schlaflernprogramm gar nicht notwendig, liebevolle Rituale und feste Regeln reichten völlig aus. Und am Ende findest Du als Mama doch ganz individuell den besten Weg für Dein Baby, Deine Familie und auch Dich selbst. Pauschale Empfehlungen helfen da in der Regel meist wenig.

 

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