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Frau mit Baby im Familienbett

Familienbett – ja oder nein?

Seien wir ehrlich: Gerade in den ersten Monaten können wir von unserem Baby gar nicht genug bekommen – auch nachts nicht. Es riecht so gut, verströmt Wärme, Wohligkeit und gibt uns das Gefühl, es in Sicherheit zu wissen. Aber: Warnen Experten nicht immer davor, die Neugeborenen im elterlichen Bett schlafen zu lassen? Stimmt nicht, belegen inzwischen viele Studien. Vielmehr gibt es gute Gründe für das Familienbett – und auch ein paar dagegen. Wir haben dazu einige Fakten und Überlegungen zusammengetragen.
Lange lehnten Kinderärzte es kategorisch ab, Babys im Bett der Eltern schlafen zu lassen und führten da vor allem unterschiedliche Gefahren an: Mutter oder Vater könnten sich auf das Baby rollen, es könnte sich in der Decke verfangen. Auch vom plötzlichen Kindstod, der im Elternbett begünstigt werde, war die Rede. Doch schon seit geraumer Zeit geben zahlreiche Studien Entwarnung. So fand der Mediziner Prof. Peter Blair von der Universität Bristol beispielsweise in einer Untersuchung heraus, dass das Risiko des plötzlichen Kindstodes nicht höher ist, wenn das Baby im Bett mit Mama und Papa schläft. 

Viel wichtiger ist, dass einige Voraussetzungen erfüllt werden: So sollte es tatsächlich das Bett sein und nicht ein Sessel oder Sofa, von dem das Baby (oder auch Mutter oder Vater) rutschen können. Auch sollten Eltern, die rauchen, Alkohol trinken oder andere Drogen nehmen, unbedingt auf den Schlaf in einem Bett mit dem Baby verzichten.

Darüber hinaus gibt es viele gute Gründe, das Baby auch nachts in unmittelbarer Nähe zu haben. So schreibt etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrem Portal kindergesundheit-info.de, dass der beste Schlafplatz für Babys in den ersten Lebenswochen und -monaten sowieso das Elternschlafzimmer ist. Denn die gleichmäßigen Atemgeräusche der Eltern lassen auch das Baby entspannen und wirken sich positiv auf die Atemregulation des kleinen Wurms aus. Für stillende Mamas ist es sowieso viel praktischer. Das gilt allemal für die inzwischen gängigen kleinen Babybetten, die ans Elternbett angeschraubt werden können. So hat das Baby seinen eigenen Platz und ist dennoch in unmittelbarer Kuschelnähe zu den Eltern. 

Nächtliche Nähe lässt Babys gedeihen

Das bayerische Staatsinstitut für Frühpädagogik weist noch auf weitere Vorteile des Familienbettes hin und zitiert dafür den Kinderarzt und Wissenschaftler Dr. Herbert Renz-Polster. Etwa, dass die Nähe der Mama (oder des Papas) wichtige Körperfunktionen des Babys unterstützt. Neben dem Atemrhythmus verhilft das Schlafen am Körper der Mutter auch zu einem stabileren Herzschlag, hält es warm. Auch trinkt es länger an der Brust, entwickelt daher in der Regel schneller, das Immunsystem wird gestärkt – so die Argumentation. Ganz zu schweigen davon, dass bei Babys das Bedürfnis nach körperlicher Nähe sehr groß ist – mindestens so groß wie bei Mama und Papa zu dem kleinen Schatz.

Manchmal allerdings kann dadurch auch das (Bett-)Miteinander des Paares leiden – schließlich ist immer noch jemand dabei. Das mag bei dem einen Paar zutreffen, das andere findet eine Lösung oder auch einen lockeren Umgang damit. Entscheidend ist, dass sich alle mit der Schlafsituation wohlfühlen. Holst Du Dein Baby vor allem ins Elternbett, weil es sich sonst nicht beruhigt? Oder findest Du selbst nicht mehr in den Schlaf, weil die Nähe ab und zu dann doch zu intensiv ist, solltest Du auf jeden Fall nach Alternativen suchen. Die Größe des Bettes und die komplette Schlafumgebung übrigens sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen für die nächtliche Erholung mit Baby. Auch dazu gibt es auf kindergesundheit-info.de. 

Sicher ist das Familienbett nicht per se zu empfehlen, ebenso wenig wie es komplett abzulehnen ist. Es gilt wie so häufig: Ihr müsst als Paar mit Eurem Baby die optimale Schlaflösung finden. Aber gut zu wissen ist es schon, dass nichts gegen die nächtlichen Kuscheleinheiten spricht, wenn Du für eine sichere Umgebung für Deinen Schatz sorgst. Übrigens, ab dem ersten Lebensjahr kannst Du ihn dann beruhigt im eigenen Zimmer schlafen lassen. Doch das ist ein anderes Thema.