Flüge – eine Belastungsprobe für das Immunsystem

Auch wenn es in der aktuellen Situation nicht so einfach ist – wer liebt es nicht, in den Flieger zu steigen und an traumhaften Urlaubszielen zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Leider wird die Anreise dieser schönen Fernziele oft zu einer Belastungsprobe für den menschlichen Körper. Neben angeschwollenen Füßen, Übelkeit oder Ohrenschmerzen, können Flüge oft auch das Immunsystem fordern.

Immun-Feind Belüftungssystem

Egal ob Ferienflug oder Business-Trip – Flugreisen sind anstrengend und können dem körpereigenen Immunsystem alles abverlangen. Einer der Hauptgründe dafür ist das Belüftungssystem des Fliegers. Dieses filtert die Bakterien aus der Luft und führt dazu, dass das menschliche Abwehrsystem quasi in den „Stand-by-Modus“ schaltet. Hoch über den Wolken wird die Luftfeuchtigkeit in der Kabine nämlich gesenkt und während der Luftdruck im Flieger fällt, verliert die Luft ihre Eigenschaft Feuchtigkeit zu halten.

Fehlende Feuchtigkeit in der Luft macht das Immunsystem angreifbar

Nicht selten beklagen sich daher Passagiere über Kopfschmerzen und einen trockenen Mund beim Fliegen, da der Körper dehydriert. Das führt dann auch zu einem Problem für das Immunsystem. Denn ohne ausreichend Feuchtigkeit verlieren die Schleimhäute, die auf dem menschlichen Atmungssystem liegen und uns gegen das Eindringen von Krankheitserregern schützen, ihre Wirkung. Dies hat zur Folge, dass unsere Abwehrkräfte angreifbarer für Viren und Bakterien werden.

Durch das „heruntergefahrene“ Immunsystem ist man im Flugzeug nun der Luft, die Hunderte von Menschen um einen herum ausatmen, mehr oder minder „ausgeliefert“. Hinzu kommt noch, dass man durch das geschwächte Immunsystem gerade nach der Landung besonders anfällig für fremde Keime ist.

Jetlag schwächt die Abwehrkräfte

Aber nicht nur die Belüftungsanlagen im Flieger setzen dem Immunsystem zu. Auch das Überspringen mehrerer Zeitzonen innerhalb kürzester Zeit stellt das menschliche Abwehrsystem auf eine harte Belastungsprobe. Die Folge: schlaflose Nächte und müde Tage. Der Jetlag setzt ein und mit ihm eine Reihe an Symptomen, die auftreten, wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät.

Die kleine Gruppe an Zellen im Gehirn, die aus speziellen „Innere-Uhr-Genen“ besteht, heißt Nucleus suprachiasmaticus oder SCN. Sie schalten sich an und aus und helfen dem Körper, sich dem Tag- und Nachtrhythmus anzupassen. Außerdem beeinflussen sie auch den Hunger, die Stimmung und den Blutdruck. Die innere Uhr richtet sich vor allem nach natürlichem Licht und hilft uns somit, sich dem (neuen) Rhythmus anzupassen. In einigen Fällen kann ein Jetlag dazu führen, dass das körpereigene Immunsystem geschwächt wird und man anfälliger für Viren und Bakterien wird.

Wichtig vor der Reise: Immunsystem stärken

Bevor man also eine Flugreise antritt, ist die Stärkung des Immunsystems von enormer Bedeutung. Die körpereigenen Abwehrkräfte stärkt man daher am besten mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, die ausreichend Vitamine und Mineralstoffe enthält. Antioxidanzien wie Vitamin C, Zink und Selen, schützen die Zellen vor oxidativen Stress und stärken das Immunsystem. Zudem empfiehlt sich, während des Fluges viel Wasser zu trinken. Durch die trockene Luft im Flieger ist es wichtig, die Schleimhäute stets feucht zu halten.

Um einem möglichen Jetlag aus dem Weg zu gehen, sollte man im vornherein versuchen, die passenden Flugzeiten zu buchen. Im Idealfall wählt man eine Ankunft zwischen 17:00 und 19:00 Uhr. Da es im Flugzeug für viele leichter ist wach zu bleiben und anschließend schlafen zu gehen, kann man so einem Jetlag ein Stück weit entgegenwirken. Zudem sollte man am Abend vor dem Flug und im Flugzeug selbst auf Alkohol und Koffein verzichten. Gerade Alkohol kann sich negativ auf den Schlaf auswirken und die innere Uhr beeinflussen.

 

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