Für mehr Beweglichkeit – Gelenkgesunde Ernährung

Interview mit Franziska von Moeller

Was sind eigentlich Gelenkprobleme? Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis? Und wie kann ich meine Gelenke unterstützen? Diese Fragen und mehr hat uns Franziska von Moeller, Ökotrophologin und Scientific Manager bei Orthomol, im Orthomol Podcast beantwortet.

Franziska, fangen wir von vorne an: Was sind Gelenkprobleme?

Gelenkprobleme an sich sind eigentlich Funktionseinschränkung, die mit Schmerzen einhergehen also Symptome. Die Ursachen dabei können vielfältig sein – von Sportverletzung, über sehr einseitige Belastung im Alltag hinzu Gelenkerkrankungen. Gelenkerkrankungen können z.B. Rheuma, Gicht, und Arthrose sein.

Wo liegt der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Beide Gelenkerkrankungen ähneln sich in den Symptomen, aber unterscheiden sich in der Ursache. Bei der rheumatoiden Arthritis findet eine Autoimmunreaktion statt, also eine Fehlregulation des Immunsystems, die dann auch zu schmerzenden Gelenken führt. Die Arthrose ist durch einen Abbau des Gelenkknorpels gekennzeichnet. Der Knorpel fungiert normalerweise als Stoßdämpfer und sorgt so dafür, dass der Druck abgefangen und gleichmäßig auf die Gelenkknochen verteilt wird. Damit ist der Gelenkknorpel für die Beweglichkeit unverzichtbar.

Welche Ursachen  führen zu Arthrose?

Das Schlüsselwort ist meistens Überbelastung und die kann durch verschiedene Dinge verursacht werden. Sport kann ein Grund sein, wenn man seinen Gelenken zu viel Belastung aussetzt oder sich verletzt. Aber auch eine einseitige Fehlbelastung im Beruf, zum Beispiel bei Handwerkern, kann eine arthrotische Gelenkveränderung hervorrufen. Unter Überbelastung versteht man in diesem Fall aber auch ein Übergewicht.  Zudem ist zunehmendes Alter ein relevanter Einflussfaktor.

Also spielt auch die Ernährung eine große Rolle bei Arthrose?

Die Ernährung spielt auf jeden Fall eine große Rolle, Daher sollte man auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, um die Gelenke mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen und im Hinblick auf das Körpergewicht. Zudem gibt es Studien, die zeigen, dass gerade eine pflanzenbetonte Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ergänzt durch Fisch im Zusammenhang mit einer Linderung der Gelenkbeschwerden steht  . Obst, Gemüse, Vollkorn, Linsen, Erbsen sollten dabei auf dem Ernährungsplan stehen und lieber mal Fisch als Fleisch. Ein wichtiger Nährstoff für unseren Knorpel ist u.a. Chondroitinsulfat, dass zum Beispiel in Sprotten und Sardinen enthalten ist. Leider sind das Lebensmittel, die nicht so jedermanns Ding sind.

Wie kommen die Nährstoffe in die Gelenke und den Knorpel?

Wir nehmen die Nährstoffe über den Magen-Darm-Trakt auf und von dort gelangen sie über das Blut zum Gelenk. Beim Knorpel läuft es nicht ganz so einfach ab, denn dieser ist nicht durchblutet. Die Nährstoffe für den Knorpel werden daher über die gut durchblutete Gelenkinnenhaut an die Gelenkflüssigkeit weitergegeben. Die Flüssigkeit umgibt den Knorpel. Durch Bewegung, also Be- und Entlastung können die Nährstoffe an ihren Zielort, den Knorpel, gelangen.

Wie kann ich meine Gelenke unterstützen, neben der Ernährung?

Die richtige Bewegung macht’s. Wir haben ja schon darüber gesprochen, dass Überbelastung ein Risikofaktor für Arthrose sein kann. Aber auch Nichtstun, wie langes Sitzen oder Stehen, kann unseren Gelenken schaden. Man muss also ein ausgewogenes Maß finden. Es gibt auch sogenannte gelenkschonende Sportarten. Darunter zählen unter anderem Nordic Walking, Schwimmen, Wandern aber auch Sportarten wie Radfahren. In einem Sportartenrechner kann ich feststellen, ob meine ausgeübte Sportart dazugehört und auch zu meiner Gelenksituation passt. Wenn man bereits eine diagnostizierte Arthrose hat, sollte man sein sportliches Pensum am besten mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin absprechen.

Arthrose wird gerne als Senioren-Krankheit verschrien. Ist das wirklich so? Tritt Arthrose erst im Alter auf?

Tatsächlich ist es so, dass Arthrose mit dem Alter zunimmt. Beispielsweise sind bei den 18–29-Jährigen weniger als ein Prozent betroffen. Aber schon ab 40 nimmt das Risiko deutlich zu und bei den über 60-Jährigen sind ungefähr die Hälfte aller Frauen und ein Drittel der Männer von Arthrose betroffen. Dass Frauen stärker betroffen sind als Männer, scheint auch an den Hormonen und der hormonellen Umstellung zu liegen. Aber ich muss nicht zwangsläufig Arthrose bekommen, wenn ich älter werde. Da kommt es dann vor allem darauf an, wie ich mich um meine Gelenke gesorgt habe, zum Beispiel welches Schuhwerk ich beim Sport getragen habe, welche Sportarten ausgeübt wurden oder auch wie sehr ich auf mein Gewicht geachtet habe.

Vielen Dank für Deine Antworten, Franziska. Wer sich weiter zum Thema Gelenkgesundheit informieren möchte, der kann auf unserer Service-Website vorbeischauen oder sich weiter in unserer Lebenswelt informieren.

Das vollständige Interview zum Hören:

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