Geschmack zur Leistungssteigerung?

„Sauer macht lustig“, heißt es, aber macht Bitter schneller? Das untersuchen Sportwissenschaftler seit einigen Jahren ganz ernsthaft: Es gibt Hinweise, dass bitterer oder süßer Geschmack die Leistungsfähigkeit beeinflussen könnten.
Es häufen sich die Hinweise, dass Geschmackswahrnehmungen vor dem Sport einen Effekt auf die Leistung von Athleten haben. Süßes scheint dem Körper zu signalisieren: Gib ruhig Gas, für Energienachschub ist gesorgt. Aber auch bitterer Geschmack scheint zusätzliche Leistungsreserven freizusetzen. Derzeit wird untersucht, unter welchen Bedingungen die Effekte messbar sind und ob sie sich zur nebenwirkungsfreien Leistungssteigerung einsetzen lassen.

Bitter macht schneller

Einige Studien deuten darauf hin, dass Rezeptoren im oberen Verdauungstrakt auf den Reiz reagieren und Einfluss auf den Stoffwechsel nehmen. Radsportler, die zuvor mit einer sehr bitteren Lösung den Mund ausgespült hatten und die Lösung danach schluckten, fuhren in Versuchsreihen schneller, als wenn sie nur mit Wasser oder einer Süßstofflösung gurgelten. Weitere Versuchsreihen sollen klären, wieviel der Wirkung auf einem Placebo-Effekt beruht, oder wann der günstigste Zeitpunkt für die Einnahme ist.

Kühlen mit Pfefferminz?

Andere Arbeitsgruppen untersuchen den Effekt kühlender oder erhitzender Nahrungsbestandteile, etwa Menthol aus Pfefferminz oder Capsaicin aus Chili auf die Leistung von Athleten. Die Datenlage ist hier aber noch sehr dünn, die Forscher stehen hierbei noch am Anfang.

Probieren und trainieren

Auch wenn der Wissenstand der Sportmediziner noch nicht für allgemeine Empfehlungen reicht: Experimentierfreudige Sportler dürfen eine Mundspülung mit bitteren Komponenten wie Kaffee gerne ausprobieren – zumal die leistungssteigernden Effekte von Coffein schon länger erforscht werden.

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