„Hormonyoga ist wie Nachhausekommen“

Anna ist Yoga-Lehrerin aus Leidenschaft. Schon als sie das erste Mal mit dieser ganz besonderen Mischung aus körperlicher Anspannung, Mediation und Bewusstseinsübungen in Kontakt kam, merkte sie für sich: Das fühlt sich richtig an. Inzwischen betreibt sie seit zwölf Jahren ein eigenes Studio in Berlin und hat sich auf die Themen Hormonyoga und Stressbewältigung spezialisiert. Im Magazin erzählt sie Dir, wie sie selbst zum Hormonyoga kam, was es damit auf sich hat und was das Besondere daran ist.

Anna, Yoga kennt jeder, auch einige unterschiedliche Yoga-Arten, aber was genau ist Hormonyoga?

Hormonyoga kann eine sanfte Möglichkeit sein, durch Atemtechnik, Anregung der hormonbildenden Drüsen und Energielenkung bei hormonellen Dysbalancen auf natürlichem Wege zu unterstützen. Es ist ein Weg zurück ins innere Gleichgewicht – körperlich, energetisch und seelisch. Dabei kann Hormonyoga bei Kinderwunsch, PMS, Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation), Morbus Hashimoto (autoimmune Schilddrüsenentzündung) und auch bei Zyklus- und Wechseljahres-Beschwerden helfen.

Wie bist Du selbst darauf gestoßen und was hat Dich daran so begeistert?

Ich war eine wandelnde, tickende Zeitbombe meiner hormonellen Symptome. Hättest Du mich vor Jahren gefragt: „Wer bist Du?“, hätte ich geantwortet: “Schlafstörung, Traurigkeit, Verzweiflung.“ Ich hing tief in dieser Spirale aus negativen Gefühlen fest und habe mich mit meinen Symptomen identifiziert. Damals habe ich schon Yoga unterrichtet, aber erst beim Googeln zur Selbstdiagnose stieß ich auf Hormonyoga. Das war für mich das Licht am Ende eines sehr langen Tunnels.

Ich brauchte eine Weile, bis ich es für mich integrieren konnte, aber dann hat es mir ziemlich schnell Aufwind gegeben. Nun ist es mein Herzenswunsch, Frauen zu ermutigen und zu helfen, sich selbst nicht mehr mit Stress und Symptomen zu identifizieren, sondern sich zu befreien und eine positive Perspektive auf sich und sein Leben zu gewinnen.  

Was ist das Besondere an Hormonyoga?

Hormone sind biochemische Botenstoffe, körpereigene Informationsübermittler, die in den Drüsenzellen bestimmter Organsystem gebildet werden (Nebenniere, Hirnanhang-, Zirbel-, Schild- und Bauchspeicheldrüse) und von dort ins Blut und damit den Körperkreislauf gelangen. Zu den bekanntesten zählen neben den Geschlechtshormonen (Testosteron, Östrogen und das Gestagen Progesteron) die sogenannten „Stresshormone“ Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin, das „Schlafhormon“ Melatonin sowie die „Glückshormone“ Dopamin, Serotonin und Oxytocin.

Durch ihre wichtige Rolle in unzähligen körperlichen Funktionen können schon kleine Dysbalancen negative Effekte auf unseren Körper und unser Gemüt haben. Hormonyoga setzt genau hier an und möchte helfen, das innere Gleichgewicht wieder zu bewirken.  Dabei ist es wichtig, die Übungen regelmäßig und kontinuierlich zu praktizieren. 

Wie integrierst Du die Übungen in Deinen Alltag?

Es ist sicherlich ratsam, sich am Anfang gerade für Hormonyoga ein zeitliches Fenster zu schaffen. Da die Übungen sehr anregend wirken, sollten sie nicht zu spät vor dem Schlafen durchgeführt werden. Ich habe Hormonyoga verinnerlicht, es ist bei mir allzeit präsent. Mein Gehen, mein Atmen, meine Haltung sind das Ergebnis jahrelangen Yogas. Inzwischen ist Yoga ein Teil von mir.

Energie, Intuition, Verbindung sind Begriffe, die beim Hormonyoga immer wieder fallen. Welches sind Deine Lieblingsübungen?

Ja richtig, diese drei Aspekte sind für mich die Grundpfeiler zu einem erfüllten Leben. Ich bin ja ein Yoga-Nerd und liebe es zu praktizieren, meine Grenze zu erweitern und ich gehe in Selbstversuchen auf. Dennoch finde ich mich in den Basics – der Ujjayi Atmung, Stellungen wie der des herabschauenden Hundes und dem Schulterstand – immer wieder aufs Neue wieder. Sie stellen meine Yogapraxis auf sichere Füße. Das ist für mich wie Heimkehren und das Gefühl von Zuhause sein.  

Ist es wichtig, verschiedene Übungen zu kombinieren, um die ganzheitliche Wirkung zu erzielen oder kann ich auch einzelne Übungen machen?

Am Anfang ist es wichtig, eine Entscheidung zu treffen. Bin ich bereit, Zeit für eine Yogapraxis zu schaffen, mit der es mir besser geht? Die Hormonyoga-Übungsreihe ist eine in sich runde, sinnvoll aufgebaute Praxis. Ich rate dazu, sie die ersten drei bis vier Monate auch als solche zu praktizieren. Das Tolle ist, Hormonyoga kann die Selbstwahrnehmung so verfeinern, dass Du lernst, auf Dein Inneres zu reagieren und mit Dir zu interagieren. Da dran zu bleiben, an sich dran zu bleiben, bringt das beste Gefühl, für die Übungen und den eigenen Rhythmus. Das ist die Hilfe Hilfe zur Selbsthilfe! 

Was ist Dein ganz persönlicher Hormonyoga-Tipp?

Starte jetzt, damit es Dir bald besser gehen kann. Glow up!

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