In Krisenzeiten stabilisiert Sport die Psyche

Die Corona-Krise bedeutet Stress für fast alle:  zu viel oder zu wenig Arbeit, zu wenig Kontakte oder erzwungenes “Aufeinanderhocken”, Enttäuschung oder Trauer über Abgesagtes und Verpasstes oder Ängste.

Sars-Cov-2 ist auch für die psychische Gesundheit der Bevölkerung eine Bedrohung. Sport kann helfen, psychische und physische Auswirkungen der Krise zu mildern.

Sportmediziner fordern gerade in Krisenzeiten eine “Erhaltungsdosis an Bewegung”.  Studien zeigen, dass schon eine Stunde moderater Sport pro Woche das Risiko für Depressionen senken kann. Gleichzeitig belegen Langzeituntersuchungen, dass Lebensqualität und Lebenszufriedenheit von der Qualität sozialer Bindungen abhängt - die gerade durch Kontaktbeschränkungen oder auch erzwungene Nähe besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Sportliche Betätigung kann einen Ausgleich schaffen.

Spannungen aktiv abbauen

Um sich alleine zum Sport zu motivieren, ist Eigeninitiative nötig. Aber gerade die eigene Aktivität fördert das Erleben von Selbstwirksamkeit – man wird vom Opfer der Verhältnisse zum Handelnden – ein großer Gewinn für die Psyche. Zusätzlich wirkt sich das durch die sportliche Aktivität gesteigerte körperliche Wohlbefinden auch auf die Stimmung aus.
Körperliche Aktivität nimmt auch über den Abbau von Stresshormonen wie Cortisol Einfluss auf Gehirn und Nervensystem. Die Ausschüttung von  Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin hat ebenfalls Auswirkungen auf die Stimmung.

Selbstmotivation gefordert

Die Schließung von Sportstätten und der Wegfall von Wettkämpfen und Turnieren verlangen selbst Gewohnheitssportlern mehr Disziplin ab, für Bewegungsmuffel bedeutet die Eigenmotivation sicherlich eine Herausforderung. Der Rat der Sportmediziner:

  1. Individuelle, realistische Ziele setzen.
  2. Das Erreichen des Zieles mit positiven Bildern besetzen.
  3. Das Trainingsprogramm in einen Kalender eintragen.
  4. Erreichtes mit Selbstzufriedenheit feiern.
  5. Gemeinsam – oder beispielsweise per App auch im Wettkampf mit anderen – Sport treiben.
Solange noch Beschränkungen gelten, kann die Wahl der Sportarten eingeschränkt sein. Walking, Jogging, Radfahren oder wandern sind aber überall erlaubt. Zuhause bietet sich ein Training mit dem Eigengewicht an, dazu finden sich inzwischen Trainingspläne im Internet oder verschiedenen Apps (z.B. 8fit.).

Wer noch einen weiteren Grund für regelmäßige Bewegung – auch unter Corona-Bedingungen – braucht: Neben der allgemeinen Gesundheit und der Psyche profitiert auch das Immunsystem von regelmäßigem Training. Und das wird – auch unabhängig von Sars-Cov-2 -  weiterhin regelmäßig benötigt.

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