Katerforschung: Bier auf Wein - Stimmen die Sprichwörter?

„Bier auf Wein, das lass sein“ mahnt ein deutsches Sprichwort feiernde Alkoholkonsumenten mit Blick auf deren Wohlergehen am nächsten Morgen. Die gleiche Weisheit existiert auch im Englischen: „Beer before wine and you’ll be fine; wine before beer and you’ll fell queer.“ Wissenschaftler der Universität Witten Herdecke wollten ergründen, wieviel Wahrheit in diesen Trinkratschlägen liegt. Sie untersuchten an 90 Freiwilligen die Wirkung eines feucht fröhlichen Gelages unter strenger Kontrolle der verzehrten Alkoholika – mit eindeutigem Ergebnis.
Unwissenschaftlich ausgedrückt: Es ist schnurzpiepegal ob man nun Bier, Wein oder beides gemischt in verschiedener Reihenfolge trinkt. Ein ausgeklügeltes Studiendesign mit drei verschiedenen Trinkgruppen untersuchte jede der Konstellationen (nur Weißwein, nur Bier, erst Bier, erst Wein) und maß den Alkoholgehalt der Atemluft der Probanden, es sollten etwa 1 Promille erreicht werden.

Eine Woche später wurde der Versuch wiederholt, dabei wechselten die Teilnehmer die Reihenfolge der Getränke oder eben das Getränk. Am Ende des Abends sollten Trinker noch den Grad ihrer Betrunkenheit auf einer Skala von 1-10 bewerten. Am nächsten Morgen wurden mit einer standardisierten Methode Katersymptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Durst, Übelkeit, Bauchweh und Appetitlosigkeit protokolliert. Die verschiedenen Gruppen fühlten sich etwa gleich schlecht, auch wenn es zwischen den einzelnen Individuen natürlich Unterschiede gab.

Stopp-Signale beachten!

Es gab allerdings zuverlässige Faktoren für die Prognose der Symptome am nächsten Morgen: Erbrechen und das eigene Trunkenheitsgefühl sind wichtige Warnhinweise des Körpers. „Die Wahrheit ist, dass die Wahrscheinlichkeit eines Katers hoch ist, wenn man zu viel Alkohol – gleich welcher Art – trinkt“, sagt Jöran Köchling vom Klinikum der Universität Witten/Herdecke. Bekannt ist aber aus anderen Untersuchungen, dass Zusätze wie Farb- oder Aromastoffe das Katergefühl verstärken können, Bourbon etwa ruft stärkere Symptome hervor als Vodka.

Wer Maß hält, hat ohnehin keinen Kater zu befürchten. Bleibt noch die Mahnung, dass Alkohol auch in kleinen Mengen –  und ohne spürbare Vergiftungserscheinungen – negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat und einen verantwortungsvollen Umgang fordert.

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