Orthomol Logo

Wenn das Babyglück auf sich warten lässt: Sieh‘ Dich und Deinen Partner als Einheit

Ein gemeinsamer Kinderwunsch ist einer der größten Liebesbeweise in einer Partnerschaft. Denn kaum etwas verbindet so sehr, wie ein gemeinsames Kind. Wenn das Babyglück aber auf sich warten lässt, kann das eine Beziehung auch ganz schön belasten. Wichtig ist dann, so sagt unsere Kinderwunschcoachin Franziska Ferber, sich für die Bewältigung der Enttäuschung Zeit zu nehmen, jeder für sich, aber auch unbedingt gemeinsam. Und: Dabei sollte es nie um die „Schuld-Frage“ gehen.

Wenn ein Paar sich entscheidet, ein Kind bekommen zu wollen, dann ist das die vermutlich größte Liebeserklärung. Denn es gibt keine unauflösbarere Bindung als ein gemeinsames Kind. Oft erleben Paare, die ein Kind bekommen möchten, zunächst so etwas wie eine Renaissance ihrer Liebe. Mit einer solchen Entscheidung wachsen Paare oft noch einmal näher zusammen.

Wenn die Zeit dann aber vergeht und die Schwangerschaft sich nicht einstellt oder es zu einer Fehlgeburt kommt, dann sprechen wir über Trauer und Enttäuschung. Und für eben diese tiefen Gefühle braucht man eine Bewältigungsstrategie, einen Umgang. Der ist aber zutiefst individuell – hier gibt es kein Patentrezept, das für alle Menschen gleichermaßen funktioniert. Trauer ist etwas, deren Bewältigung viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun hat – wie wir trauern, ist verschieden. Wenn Paare unterschiedlich trauern, bspw. in dem der eine Partner viel ausgeht und/oder Sport macht, während der andere Partner sich „auf dem Sofa verkriecht“, dann kann das erst einmal für den jeweils anderen Partner schwer zu verstehen und zu ertragen sein.

Mein Tipp ist hier: Jeder der beiden Partner darf auf seine Art und Weise trauern und es gibt gemeinsame Zeiten, in denen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingegangen wird. Auf das Beispiel übertragen würde das bedeuten, dass der „Sport-Partner“ sich auch bewusst Zeit nimmt, um mit dem „Sofa-Partner“ Zeit zu verbringen (und umgekehrt). Wenn ein Partner über das Erleben sprechen muss, während der andere es lieber mit sich selbst austrägt, dann kann es helfen, klare Zeitfenster für solche Gespräche zu vereinbaren („Können wir heute Abend mal reden?“), damit der andere sich darauf einlassen kann.

Wichtig ist zudem, dass ein Paar niemals mit der „Schuld-Frage“ arbeitet. Es geht immer um das Paar, das zusammen ein Kind bekommen möchte. Wer ggf. „Verursacher“ für medizinische Probleme ist, interessiert eigentlich nur die Krankenkasse und die Ärzte. Ein Paar sollte sich nicht „auseinanderdividieren“ lassen, sondern sich als Einheit sehen.